Ölpreise wegen Tropensturm Harvey in Bewegung – Euro klettert weiter

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Die Prognosen haben sich bestätigt: Tropensturm Harvey schickte die Kurse gestern auf Achterbahnfahrt, momentan liegen sie leicht über dem gestrigen Tagesschluss. Russland und Saudi-Arabien erwägen eine Verlängerung des Deals bis Juni 2018. Der Euro knackt die 1,2 Dollar-Marke.

Ölpreisentwicklung

Auch wenn die Märkte von einer fast noch größeren Unvorhersehbarkeit als das Wetter geprägt sind, so lassen sich im aktuellen Umfeld doch Prognosen aufstellen, die sich heute Morgen in voller Gänze bestätigen:
Wir hatten vorhergesagt, dass Tropensturm Harvey für Bewegung an den Börsen sorgen könnte, was gestern auch geschah. Die Kurse starteten mit einem Sprung in den Tag, da Hurricane Harvey dafür verantwortlich war, dass zahlreiche Raffinerien und Förderanlagen geschlossen blieben. Der Effekt schwächte sich im Laufe des Tages ab, zog dann aber wieder an, weil nun auch Raffinerien in Louisiana vom Wetter bedroht sind.
Außerdem meldete sich, wie erwartet, die OPEC in diesem Preisumfeld zu Wort. Laut Berichten überlegen Saudi-Arabien und Russland, den Kürzungsdeal bis Juni 2018 (statt bis März) zu verlängern. Das stützte die Kurse zum Abend noch einmal.
Ein starkes Gegengewicht für inländische Heizölkäufer bleibt der Euro, der deutlich an der 1,2 Dollar-Marke kratzte und inzwischen sogar darüber hinaus ist.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notierte heute Morgen bei 52,12 US-Dollar. Der Schlusspreis für Montag war vom Tagesstart bei 52,53 US-Dollar noch auf 51,89 US-Dollar gefallen. 
ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ging mit  484,75 US-Dollar in den Tag, ebenfalls unter dem gestrigen Tagesstart und kaum verändert zum Schlusspreis von Montag bei 484,25 US-Dollar.

Harvey wütet weiter

Auch wenn aus Hurricane Harvey inzwischen nur noch ein Tropensturm geworden ist, hält er die Golfküste der USA weiterhin in Atem. Denn nach dem Abdrehen gen Meer kann er nun wieder an Kraft gewinnen und bewegt sich laut Wetterexperten wieder in Richtung Festland. Raffinerien und zahlreiche Förderanlagen im Golf von Mexico bleiben weiter geschlossen. Dabei spielt vor allem der Mangel an Abnehmern von Rohöl für die Märkte eine Rolle. Schließlich haben die USA genug Rohöl in petto, doch wenn es an verarbeitenden Betrieben mangelt, könnte demnächst eine Versorgungslücke bei Benzin und Destillaten entstehen. Dies treibt die Produktpreise nach oben, was in zweiter Instanz auch Auswirkungen auf die Rohölpreise hat. Weil dieser Zusammenhang jedoch noch von weiteren Faktoren abhängt, zeigten sich die Märkte gestern insgesamt überaus beweglich (volatil) – je nachdem, welche Prognosen für Harvey gerade veröffentlich worden. Es könnte nun sein, dass nach Texas auch Louisiana Raffinerien schließen muss, da Harvey sich momentan auf berechnetem Kurs in diese Richtung befindet.

OPEC denkt laut über Deal-Verlängerung nach

So unwägbar das Wetter, so vorhersehbar ist die PR-Strategie der OPEC. Wie wir gestern schon sagten, war es im aktuellen Umfeld kurzfristig deutlich steigender Ölpreise nur eine Frage der Zeit, bis sich das Ölkartell mit einer wie auch immer gearteten Absichtserklärung zu Wort melden würde. Schließlich profitiert die OPEC von steigenden Ölpreisen besonders.
Und das Kartell enttäuschte nicht: Laut Meldungen sind Saudi-Arabien (OPEC) und Russland (Nicht-OPEC) bereit, den Kürzungsdeal bis Juni 2018 statt bis März zu verlängern. Und wiederum kommt die Meldung zur rechten Zeit, da sich die Indizien häufen, dass die Quotentreue der Deal-Teilnehmer im August erneut gesunken ist. 
Wiederum gilt: Eine Absicht ist noch keine Tatsache und die Effekte des Kürzungsdeals werden sowieso von vielen Experten, gerade mit Blick auf die produktive US-Ölindustrie, kritisch gesehen. Andererseits fürchten aber auch viele Marktbeobachter, dass ein abruptes Ende des Deals die Preise sofort in eine Abwärtsspirale schicken könnte. Und da kämen drei Monate Aufschub gerade recht.
Indes bleiben die wichtigsten Ölfelder Libyens weiterhin abgeschaltet. Neben dem Sharara-Feld, das eigentlich längst wieder in Betrieb sein sollte, meldet nach dem El Feel-Feld nun auch das Hamada-Feld Probleme. Das ist leicht stützend für die Kurse, denn Libyen als OPEC-Mitglied war vom Deal ausgeschlossen und hatte zuletzt seine Produktion immer weiter gesteigert. Diese „Überproduktion“ reduziert sich nun vorerst erheblich.

Entwicklung Eurokurs

Dieser Wert ist fast historisch: Der Euro notiert momentan bei 1,2025 US-Dollar, nachdem sich der Weg Richtung 1,2-Marke schon gestern abgezeichnet hat. Die EZB legte den Referenzpreis am Montag auf 1,1925 US-Dollar fest. Der relativ konstante Weg der Gemeinschaftswährung nach oben wird vor allem davon bestimmt, dass es aufgrund der politischen Lage in den USA eine allgemeine Dollarenttäuschung gibt. 

Punktuelle Unterstützung bekommt der Euro außerdem immer wieder von Konjunkturdaten aus beiden relevanten Währungsräumen: Die USA vermeldeten ein überraschend hohes Handelsdefizit, im Euroraum sorgten zum Tagesstart hervorragende GfK-Konsumlaune-Daten für einen Anstieg. Allerdings bleibt der Nordkorea-Konflikt weiterhin das Zünglein an der Waage. Das Land hat ohne Vorankündigung eine Rakete über Japan geschickt, die USA haben Beistand zugesichert, allerdings noch nicht in konkreter Form. 

Ein so starker Euro ist natürlich eine gute Nachricht für inländische Heizölkäufer, da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird. Es belastet allerdings auf längere bzw. weitere Sicht auch die Wirtschaft des Euroraums.

Heizölpreisentwicklung

Da die Ölpreise momentan insgesamt stabil sind und der Euro an Wert gewinnt, ergeben sich schon rein rechnerisch die günstigsten Voraussetzungen für günstigeres Heizöl. Daraus resultiert folgendes momentanes Preisniveau: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,73 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 54,13 Cent. 
Darauf zu spekulieren, dass der Abwärtstrend anhält, ist in dieser Woche ein Glücksspiel, bei dem inländische Heizölkäufer vermutlich das Nachsehen haben. Denn die anhaltende Wirkung von Harvey sowie die Möglichkeit, dass die USA im Laufe des Tages auch noch sinkende Ölbestände vermelden könnten, stärken die Wahrscheinlichkeit für Preisanstiege.
Wenn sich Ihr Tank leert, sichern Sie sich also aktuell das bestmögliche Preisniveau, wenn Sie sich jetzt zum Heizölkauf entscheiden. So können Sie sich von allen angenommenen und tatsächlichen Marktentwicklungen loslösen und beruhigt in die kältere und nachfrageintensivere Herbstsaison starten. 
Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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