Ölpreise werden durch Käufe gestützt – Euro legt zu

26. Juni 2017

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Die neue Handelswoche beginnt mit leicht gestiegenen Ölpreisen. Schon am Freitag nutzte der Markt die jahreshistorisch niedrigen Ölpreise, um Käufe zu platzieren. Das stabilisierte die Kurse – fraglich bleibt, für wie lange. Der Euro legte trotz italienischer Bankenrettung zu.

Ölpreisentwicklung

Im Börsenhandel gilt eine alte Weisheit: Bei jedem massiven Kursnachlass kommt irgendwann der Punkt, an dem die Preise für Marktteilnehmer so attraktiv sind, dass sie nicht mehr verkaufen, sondern kaufen. 
Dies geschah bereits am späten Freitagnachmittag, nachdem die Ölpreise in der vergangenen Woche auf den niedrigsten Stand des Jahres gefallen waren. Der attraktive Eurokurs begünstigte diese Entwicklung, die heute Morgen vorerst für stabilisierte Ölpreise sorgt. 
Wie lange diese Tendenz anhält, ist mehr als fraglich. Denn der wöchentliche Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen hat erneute Anstiege festgehalten und die Skepsis gegenüber den Effekten des OPEC-Deals bleibt das alles bestimmende Gefühl bei den Marktteilnehmern.


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:
Der europäisch Ölpreis Brent notiert momentan knapp unter 46,00 US-Dollar. Das ist sichtbar über dem Schlusskurs von Freitag mit 45,54 US-Dollar. Der Unterschied zum Schlusspreis vom vergangenen Mittwoch, als die Ölpreise einbrachen, ist ebenfalls evident: Die Notierung lag bei 44,82 US-Dollar. 
Bei  ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, sind grundsätzlich dieselben Entwicklungen zu beobachten. Er notiert für die Lieferung im Juli momentan bei 413,00 US-Dollar, während der Schlusspreis am Freitag bei 411,25 US-Dollar lag. Am vergangenen Mittwoch lag der Schlusspreis bei 413,25 US-Dollar, wobei der Start in den Donnerstag nur noch bei 406,50 US-Dollar lag.


OPEC-Deal weiter im Fokus
Zum Wochenstart gibt es in dem Sinne kaum Neuigkeiten, außer dass Analysten davor warnen, dass die pessimistische Stimmung an den Märkten aufgrund der bisher ausgebliebenen Effekte des OPC-Deals vollkommen übertrieben sei.
Zwar gäbe es momentan mehr als einen Hinweis darauf, dass der Deal auch aus den eigenen Reihen eher unterminiert würde: So wurde bekannt, dass Irak, obwohl es sich an die Kürzungen halte, gleichzeitig die Ölproduktion weiter ausbaue. Nigeria und Libyen, die vom Deal ausgenommen sind, steigern ihre Produktion ebenfalls.
Auch die bisher enttäuschende globale Nachfrageentwicklung sowie die immer noch nachwirkenden Zahlen zu großen Lagerbeständen auf hoher See, die vergangene Woche teilweise für den Preisrutsch sorgten, zeichnen ein eher pessimistisches Bild. 
Zusätzlich fehle es der OPEC an einem Plan, wie sie nach dem Ende des Deal-Zeitraums weiter verfahren will. Denn wenn der Deal quasi von heute auf morgen endet, steigt das globale Ölangebot sprunghaft an.
Das alles sollte laut Experten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die momentan grundsätzliche Tendenz, auf fallende Preise zu wetten, überhandgenommen habe. Das ließe Raum für eine sehr plötzliche Kurskorrektur mit steiler Tendenz nach oben.
Im Kleinen (und mit weitaus weniger Auswirkungen) passiert dies bereits heute Morgen: Die Preise sind so niedrig, dass sich Marktteilnehmer auf Käufe verlegen und damit die Kurse stabilisieren. Sollte es demnächst Signale geben, dass sich der OPEC-Deal endlich in sinkenden Ölbeständen ausdrückt, könnte dies der Startschuss für eine wahre Preisrallye sein.


Baker Hughes Report zählt erneut mehr Plattformen

Hatte der wöchentliche Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohranlagen noch zu Jahresbeginn jedes Mal einen eindeutigen Einfluss auf die Kurse, die wir zu Wochenbeginn vermelden, scheint diese Datengrundlage inzwischen deutlich an Bedeutung verloren zu haben.
Zum 23. Mal in Folge vermeldet der Bericht mehr Ölbohranlagen für die vergangene Berichtswoche. Dieses Mal kamen 11 hinzu, die den Gesamtwert nun auf 758 setzen. Die Reaktionen darauf waren verhalten bis nicht sichtbar.
Grund dafür mag erstens sein, dass niemand aus den USA aktuell gegenteilige Tendenzen erwartet. Zweitens sind diese Zahlen nur eine weitere Begründung für die pessimistische Gesamtsituation bei den Ölpreisen – und daher in diesem Sinne bereits in die Kurse eingerechnet

 
Die Handelswoche im Überblick
Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:


Montag, 26.06.2017
•    Ifo-Geschäftsdaten, Deutschland
•    Rede Mario Draghi, EZB-Vorsitzender
•    Konjunkturdaten USA
Dienstag, 27.06.2017
•    Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA
Mittwoch, 28.06.2017
•    Fed-Bericht zur Geldpolitik
•    Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA
Donnerstag, 29.06.2017
•    Zahlreiche Konjunkturdaten USA, Eurozone, Deutschland
Freitag, 02.06.2017
•    Preisindizes, Eurozone
•    Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
*Termine ohne Gewähr


Entwicklung Eurokurs

Der Euro setzt seinen stabilen Kurs fort und notiert aktuell bei 1,1207 US-Dollar. Der EZB-Referenzpreis für Freitag lag bei 1,1173 US-Dollar.

Für manche überraschend zeigten sich die Devisenmärkte unbeeindruckt von der Tatsache, dass Italien am Wochenende beschlossen hat, zwei Banken mit Milliardenbeträgen zu retten. Eigentlich hatte die EZB vorher noch die Abwicklung beider Häuser durchgewunken.

Da Italien wirtschaftlich und politisch jedoch aus Anlegersicht ein eher wackliges Mitglied der EU ist, scheint dieses Vorgehen für die Märkte kaum Neuigkeitswert zu haben. 

In dieser Woche stehen zahlreiche Konjunkturdaten aus allen für uns interessanten Wirtschafts- und Währungszonen auf der Agenda, die wesentlich größere Auswirkungen auf den Euro haben können.

Heizölpreisentwicklung

Trotz Eurostabilität haben die Ölmärkte heute Morgen den größeren Effekt auf die Heizölpreise, die ganz leicht steigen: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 52,29 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 51,97 Cent. 
Dass es sich ausnehmend lohnt, das (noch) niedrige Preisniveau jetzt zu nutzen und sich für den Heizölkauf zu entscheiden, steht wohl außer Frage. Auch dass sich der Markt momentan in einer „pessimistischen Blase“ befindet, sollten unsere Kunden nicht ignorieren. Mittelfristig dürften die Preise nach aktuellem Kenntnisstand durchaus steigen, fraglich ist nur, wie hoch der Faktor sein wird.
Wenn Sie sich jetzt zum Heizölkauf entscheiden, kann Ihnen diese Rechnerei gleichgültig sein und Sie haben einen günstig gefüllten Tank sowie die Gewissheit, dass der Markt Sie für eine geraume Zeit nicht mehr aus der Ruhe bringen muss.
Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.