OPEC Einigung zweifelhaft, Heizölpreis sinkt

26. September 2016

Heizoelpreis sinkt 260916

Selbst innerhalb der OPEC wachsen die Zweifel, dass man sich beim Treffen in Algerien diese Woche auf eine Produktionsbegrenzung einigen kann. Das Ölangebot scheint damit weiter zuzunehmen, was die Ölpreise belastet. Die Heizölpreise sinken zum Wochenstart um bis zu einen Cent pro Liter.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise verzeichneten in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche noch einen deutlichen Anstieg. Begründet wurde dieser unter anderem durch die Unsicherheit am Markt, ob es zu einer Begrenzung des Öl-Angebotes kommen wird.  Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass die Positionen der OPEC Länder noch weit auseinander zu liegen scheinen, gaben die Ölpreise wieder nach.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Aktuell wird das europäische Nordseeöl Brent bei 46,10 US-Dollar je Barrel gehandelt und liegt damit wieder auf dem Niveau vom letzten Montag. Gleiches gilt für ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis. Dieser wird aktuell bei 414,75 US-Dollar je Tonne notiert.

In Algerien beginnt heute das International Energy Forum. In dessen Rahmen wollen sich OPEC Mitglieder und Russland treffen, um gemeinsame Maßnahmen zur Begrenzung der Fördermengen zu vereinbaren.

Nachdem in den letzten Wochen fast ausschließlich positive Kommentare aus OPEC Kreisen zu vernehmen waren, änderte sich das Bild an diesem Wochenende. So soll Saudi-Arabien nun nicht mehr an eine Einigung glauben, da die Positionen der einzelnen Mitglieder zu unterschiedlich seien.

Saudi-Arabien hatte zuletzt zwar Maßnahmen vorgeschlagen, die auch eine eigene Produktionskürzung beinhalten, allerdings waren die Bedingungen für Länder wie Nigeria, Libyen oder dem Iran wohl nicht akzeptabel. Während Saudi-Arabien auf Rekordniveau fördert und kleinere Abstriche durchaus verkraften könnte, geht es bei den anderen genannten Ländern darum die eigene Förderung wieder auszubauen, da diese noch weit unter den angestrebten Niveaus liegt.

Ohnehin gibt es Zweifel an der Wirksamkeit einer Produktionsbegrenzung. Sobald das Angebot soweit einschränkt wird, dass die Ölpreise steigen, könnten die USA oder andere Länder Marktanteile übernehmen und die Ölpreise würden mittelfristig wieder sinken.

Die US-Ölproduktion scheint schon beim aktuellen Preisniveau zunehmend rentabel zu sein, was die mittlerweile wieder stetig steigende Anzahl der aktiven Bohranlagen zeigt. Dabei galt ein Rückgang der amerikanischen Ölproduktion als eines der wesentlichen Ziele bei dem von Saudi-Arabien initiierten Preiskampf in den letzten zwei Jahren.

Der massive Anstieg der Schieferöl-Produktion in den USA hatte weitreichende internationale Auswirkungen. Zum ersten Mal seit einem halben Jahrhundert kam es in der Region zu einem Ölüberschuss. Die OPEC verlor Marktanteile und führte seitdem einen durch Produktionssteigerungen unterstützten Preiskrieg, der auf die Verdrängung schwächerer Konkurrenten abzielt.

Nun sieht es wieder danach aus, das das Ölangebot insgesamt eher weiter zu- als abnimmt. Russland fördert im September auf absolutem Rekord-Niveau und mit Produktionssteigerungen in Libyen, Iran, Irak und Nigeria könnte auch das OPEC Angebot signifikant steigen. Das Aufwärtspotenzial der Ölpreise bleibt dadurch eher begrenzt.

Auf der anderen Seite könnten ein Durchbruch bei den Verhandlungen in Algerien, erneut rückläufige Ölbestände in den USA oder die anscheinend wieder aufflammenden Kampfhandlungen in Nigeria die Ölpreise wieder in Richtung der 50 Dollar-Marke treiben.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 26.09.2016

  • ifo-Geschäftsklimaindex Deutschland

Dienstag, 27.09.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 28.09.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)
  • Abschluss des International Energy Forum und der OPEC Beratungen

Donnerstag, 29.09.2016

  • BIP USA und Rede Fed Vorsitzende Jane Yellen 

Freitag, 30.09.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Inflationsdaten Eurozone

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Heute Morgen ist ein Euro rund 1,123 US-Dollar wert. Zum Wochenbeginn schaut man auf die Veröffentlichung des Ifo-Geschäftsklimas, dem wichtigsten deutschen Konjunkturbarometer. In der zweiten Wochenhälfte rücken dann amerikanische Konjunkturdaten in den Vordergrund.

Der Eurokurs hält sich seit Mitte August überwiegend oberhalb von 1,12 US-Dollar. Im Moment sieht es danach aus, dass sich diese Stabilität auch in den nächsten Wochen fortsetzen könnte. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, würden Importe für den Euroraum bei einem steigenden Dollarkurs teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt zum Wochenstart bei knapp 50 Cent pro Liter Heizöl. Auf diesem Niveau befinden sich die Heizölpreise seit etwa zwei Wochen, mal leicht drunter oder drüber.

Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, wonach es aktuell noch aussieht, ergeben sich immer dann günstige Kaufzeitpunkte, wenn der Heizöl Tagespreis klar abwärts geht. Der nächste Anstieg lässt dann nicht lange auf sich warten.

Unsere Empfehlung lautet daher, nur dann auf sinkende Heizölpreise zu spekulieren, wenn man noch ausreichend Heizöl im Tank hat. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir eher auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen.

Heizöl ist und bleibt weiterhin sehr günstig. Zurzeit ist Heizöl fast zehn Prozent günstiger als im September des letzten Jahres und sogar 40 Prozent günstiger als im September 2014. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall machbar, aber zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich an.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.