Preisrallye am Ölmarkt

12. August 2016

Heizoelpreis steigt 120816

Positive Äußerungen Saudi-Arabiens zu einer Produktionsbegrenzung und die überraschende Thematisierung einer Unterversorgung im laufenden Quartal haben die Ölpreise sind gestern in die Höhe getrieben. Der Liter Heizöl kostet heute über zwei Cent mehr.

Ölpreisentwicklung

Nach einem ruhigen Handel in der ersten Tageshälfte stiegen die Ölpreise bis in den Abend hinein sprunghaft an. Die im Laufe des Nachmittags einsetzende Preisrallye trieb die Notierungen auf ein neues Monatshoch.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent lag gestern Abend bei 46,04 US-Dollar je Barrel und hält sich auch heute Morgen auf diesem Niveau. Im Vergleich zum Monatsbegin stieg der Ölpreis Brent damit um etwa zehn Prozent an.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit bei rund 403 US-Dollar je Tonne notiert. Allein im Laufe des gestrigen Nachmittags verzeichnete die Notierung einen Anstieg von fast sieben Prozent.

In den vergangenen Tagen wurden die Monatsreports der EIA (Energy Information Administration, Amt für Energiestatistik im Energieministerium der Vereinigten Staaten) und der OPEC veröffentlicht. 

Beide Berichte zeichneten ein insgesamt belastendes Bild für den Ölmarkt. Sowohl EIA als auch die OPEC gehen davon aus, dass die Ölproduktion außerhalb der OPEC deutlich langsamer sinkt, als bisher angenommen.

Zudem liegen die Fördermengen von Russland und Saudi-Arabien auf Rekordniveau und auch in Staaten wie Nigeria und Libyen deuten sich steigende Exporte an. Grundsätzlich wurde die Marktlage weniger knapp eingeschätzt als in den vorherigen Monatsberichten.

Völlig überraschend thematisiert die IEA (International Energy Agency) in ihrem gestern veröffentlichten Bericht zur Lage am Ölmarkt eine Unterversorgung im laufenden Quartal.

Die IEA rechnet mit einem starken Nachfrageanstieg im dritten Quartal, dem das Angebot am Ölmarkt nicht mehr folgen kann. In der Summe soll es zu einer Unterversorgung von etwa einer Million Barrel täglich kommen.

Das allein hätte den enormen Anstieg der Ölpreise vermutlich nicht gerechtfertigt, da der Bericht auch belastende Teile enthielt. Für das kommende Jahr wird das Wachstum der Ölnachfrage geringer und das Angebot am Ölmarkt wiederum höher eingeschätzt.

Zeitgleich mit den stützenden Impulsen aus dem Monatsbericht äußerte sich der saudische Ölminister unerwartet positiv über die wohl im September stattfindenden Gespräche der großen Ölproduzenten zu einer Begrenzung der Produktion, sprich des Angebotes.

Der Ölminister schätzt  das aktuelle Preisniveau als zu niedrig und nicht auf Dauer realisierbar ein. Saudi-Arabien wäre bereit, alles Notwendige zu unternehmen, um die Ölpreise zu stabilisieren.

Das ist insofern überraschend, da es vor allem an Saudi-Arabien lag, dass sich die Ölproduzenten beim Treffen im April nicht auf eine Regulierung der Förderung einigen konnten. Diese Äußerungen aus Saudi-Arabien werden daher nun auch als Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche angesehen.

Letztendlich wird sich zeigen, ob den Worten auch Taten folgen werden. Bisher ist nur die Rede von Gesprächen und überhaupt nicht klar, in welcher Form und Höhe die Produktion begrenzt werden soll. Auch nicht wie die Beteiligung von Ländern wie Libyen oder Nigeria laufen soll.

Deren Produktion und Exporte befinden sich auf absoluten Tiefstständen und es ist mehr als fraglich, ob sich die Länder einschränken würden. Natürlich nur, falls die Lage in den krisengeschüttelten Regionen überhaupt möglich machen würde, die Förderung wieder zu steigern.

Die Spekulationen um eine Begrenzung der Produktion bekommen durch die Kommentare aus Saudi-Arabien neues Gewicht und stützen die Ölpreise.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs liegt weitgehend unverändert bei etwa 1,115 US-Dollar. Der Eurokurs war am Dienstag nach schwachen Daten zur Entwicklung der Produktivität in den USA gestiegen.

Die in diesem Jahr rückläufige Produktivität bremst die US-Wirtschaft und den Lohnanstieg. Das spricht wiederum für eine niedrigere Inflation und damit gegen höhere Zinsen, was den Dollar schwächt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Öl-Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung ist im bundesweiten Durchschnitt auf fast 50 Cent pro Liter Heizöl gestiegen. Das sind über zwei Cent mehr als noch am Vortag.

Nach der überraschenden Markteinschätzung der IEA und den Äußerungen Saudi-Arabiens zu einer möglichen Begrenzung des Angebotes am Ölmarkt ist die weitere Ölpreisentwicklung schwer einschätzbar. Das Risiko weitere Preissteigerungen ist momentan wieder hoch. Es bleibt aber abzuwarten, ob die IEA mit ihrer Einschätzung recht behält.

Auf fallende Preise zu spekulieren, ist momentan recht riskant, insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Wer sicher gehen will, sollte daher jetzt bereits Heizöl kaufen.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.