Klimaneutral heizen – neue Perspektiven für Heizöl

Lesen Sie mehr über klimaneutrales Heizöl im zweiten Teil unserer Interviewreihe.

In einer vierteiligen Interviewreihe mit Carsten Nolof, dem Leiter des Marketings und Business Developments im Handels- und Verbrauchergeschäft, sprechen wir über klimaneutrales Heizöl, Bioheizöl und die Zukunftsperspektiven der Ölheizung. Lesen Sie hier den zweiten Teil über klimaneutrales Heizöl.

Klimaneutrales Heizöl als Baustein zu mehr Umweltverträglichkeit

Im ersten Teil der Interviewreihe haben wir die Klimaziele der TOTAL Gruppe vorgestellt, die bis 2050 klimaneutral operieren möchte. Einen Beitrag zu diesem Ziel können Heizölkundinnen und -kunden schon heute leisten, da die TOTAL Mineralöl GmbH das Premium Heizöl thermoplus klimaneutral anbietet. Die CO2-Emissionen, die beim Heizen mit diesem Produkt entstehen, werden über Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Dazu gehören demnächst beispielsweise auch ein Windenergieprojekt in Thailand und ein Waldaufforstungs-Projekt in Peru. Aktuell konzentrieren sich die Aktivitäten vor allem auf ein Projekt in Indien.

„Herr Nolof, was zeichnet dieses Klimaschutzprojekt aus, in das der Kompensationbeitrag von thermoplus klimaneutral fließt - und wie wird konkret CO2 ausgeglichen?“

In dem von uns unterstützen Klimaschutzprojekt in Raipur (Indien), das wir gemeinsam mit Climate Partner umsetzen, wird in einer Mühle Reis verarbeitet und weiterverkauft. Bislang blieben die Reishülsen – das Abfallprodukt dieser Verarbeitung – ungenutzt und verfaulten oder wurden einfach verbrannt.

Die benötigte Energie für diese Reismühle wurde über die Verbrennung von Kohle bereitgestellt.

Dieses Kohlekraftwerk wurde durch eine moderne Anlage auf Basis von Kraft-Wärme-Kopplung ersetzt, welche die Reishülsen jetzt als Brennstoff nutzt. Für den Strom und die Prozesswärme der Mühle wird nun also keine Kohle mehr verbrannt. Die Reishülsen, die bei der Reisherstellung entstehen, werden nun zur Energiebereitstellung genutzt, anstatt ungenutzt verbrannt zu werden. Durch diese Umstellung werden jährlich 90.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart – wir tragen einen wesentlichen Teil zu dieser Einsparung bei.

In Peru fließen die Beiträge in ein Projekt zum Schutz des Regenwaldes gegen illegale Abholzung. Einheimische Familien erhalten dort Landrechte, mithilfe derer Sie nachhaltige Einkommensquellen, wie etwa den Anbau von Paranüssen, aufbauen können. Die Abholzung des Regenwaldes wird dadurch unattraktiv, da das Projekt auch die Vermarktung, den Transport und die Weiterverarbeitung der Produkte unterstützt.

Darüber hinaus erfüllen die Projekte weitere Punkte nach den UN Standards, insbesondere nach den Verified Carbon Standards. Das heißt, wir sind heute schon in der Lage, ganz konkret über dieses Klimaschutzprojekt vor Ort, weitere unterstützende Maßnahmen zu ergreifen. So konnten auch im Schulwesen einzelne Projekte umgesetzt werden und es hat die Beschäftigung vor Ort vorangetrieben. Das sind schöne Nebeneffekte, die auch über den Verified Carbon Standards (VCS) dokumentiert und verifiziert werden.

„Wie qualifizieren sich solche Projekte generell als Klimaschutzprojekte, die international anerkannt sind?“

Die Klimaschutzprojekte sind nach dem VCS zertifiziert. Das heißt, wir können sicher sein, dass dieses Projekt dort zum einen genauso stattfindet, wie beschrieben. Zum anderen können auch die weiteren Effekte, die zum Wohl der dortigen Bevölkerung beitragen, beobachtet und gemessen werden. Dazu gehören die Arbeitseffekte und schulische Aktivitäten.

Das Rechtemanagement selbst übernimmt für uns die Firma Climate Partner. Hierzu muss man sagen, dass Climate Partner diese Klimaschutzprojekte selbst auch nicht zertifiziert. Climate Partner fungiert als eine Art Broker, der sich sehr intensiv mit diesen Themen beschäftigt. Climate Partner nimmt zertifizierte Klimaschutzprojekte in sein Portfolio auf und ermöglicht uns als TOTAL diese Zusammenarbeit und den Klimaschutz gemeinsam voranzubringen. Daher können wir unser klimaneutrales Heizöl als solches mit gutem Gewissen vermarkten.

„Was hat den Ausschlag gegeben, dass sich die TOTAL Mineralöl GmbH für Projekte in Indien, Thailand oder Peru engagiert? Räumlich gesehen ist es sehr weit von Deutschland entfernt. Lassen sich nicht auch Klimaschutzprojekte hier vor Ort unterstützen?“

Wir haben uns für diese Klimaschutzprojekte entschieden, weil wir dort den größten Effekt an der CO2-Einsparung erreichen können und noch einen Mehrwert für die lokale Bevölkerung schaffen. Pro Liter klimaneutrales Heizöl investieren wir einen Cent in das Klimaschutzprojekt.

Hier in Deutschland sind uns bei Klimaschutzprojekten weitestgehend die Hände gebunden: es gibt kaum neue Projekte, sie wurden schon in die Klimabilanz der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen und sie sind, gemessen an der möglichen CO2-Einsparung, deutlich teurer. Nichtsdestotrotz ist uns Deutschland natürlich auch wichtig, deshalb unterstützen wir hier verschiedene Baumpflanzprojekte.

Was wir aber nicht vergessen sollten ist: wir haben nur ein Klima. Das macht nicht vor der deutschen Grenzen Halt und das muss geschützt werden. Das ist für uns das Wichtigste.

„Mit dem Klimaschutzprojekt in Indien werden 90.000 Tonnen CO2 jährlich kompensiert. Sehen Sie auch Möglichkeiten, wie CO2 vermieden werden kann?“

Es ist richtig, dass wir mit thermoplus klimaneutral die Menge an CO2 kompensieren, die unseren Kunden beim Heizen entsteht. Jedoch gibt es für uns zusätzlich zur CO2-Kompensation noch weitere Schritte. Wir müssen die CO2-Emissionen messen und uns vor allem Gedanken darüber machen, wie wir diese Emissionen reduzieren können. Das bedeutet in der Tat auch, über Effizienzmaßnahmen verbrauchtes Heizölvolumen zu reduzieren. Die Ölheizungen können modernisiert werden, wodurch bereits ein Drittel an CO2-Emissionen reduziert werden können. Oder auch eine Kombination mit modernen Solaranlagen ist eine Idee.

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Im nächsten Teil unserer Interviewreihe blicken wir konkreter auf die Möglichkeiten, CO2-Emissionen, die beim Heizen entstehen, zu reduzieren. Dazu werden wir unter anderem einen Blick auf Bioheizöl werfen aber auch die Möglichkeiten der Modernisierung darlegen.

Carsten Nolof

Leiter Marketing/Business Developement

Mit klimaneutralem Heizöl leisten Sie einen Beitrag zum Umweltschutz. Kompensieren auch Sie Ihre CO2-Emissionen.

heizoel@total.de

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