Abwärtstrend bei den Ölpreisen, Heizölpreise geben leicht nach

16. Oktober 2018, Nicola Bergau

Heizöl am Dienstag etwas günstiger 16.10.18

Saudi-Arabien bereitet offenbar eine Erklärung zum mutmaßlichen Tod des saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi vor. Dies nimmt etwas Spannung aus dieser Problemlage. Ansonsten blieb es gestern ruhig, sodass der Markt auf Gewinnmitnahmen setzte und so Heizöl heute günstiger werden ließ.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Saudi-Arabien will Verantwortung für Tod des Journalisten Chaschukdschi übernehmen
  • Neue Zahlen zu gesunkenen iranischen Ölexporten
  • Libyen warnt vor Sicherheitsabschaltung von Raffinerie
  • Brent bei 81,08 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 717,75 US-Dollar
  • Euro steigt auf 1,1571 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 81,03 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Libysche Raffinerie soll wegen Sicherheitslage abgeschaltet werden
Havarie in kanadischer Ölraffinierie
Spekulation um Brent-Preis bei 100 US-Dollar bis Ende des Jahres
Kein Freigabe strategischer US-Ölreserven
Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
Iranische Ölexporte wegen US-Sanktionen rückläufig
EIA-Prognose: Unterversorgung der Märkte bis Ende des Jahres

Verhandlungen zwischen Indien und USA zu iranischem Öl
Tropensturm Michael sorgt für Produktionsausfälle
Iranische Ölexporte niedriger als erwartet
Keine Annäherung zwischen USA und Iran

OPEC kompensiert Lieferausfälle Irans
US-Bestände nach DOE mit deutlichen Aufbauten
Saudi Arabien aktiviert Förderreserven
China, Indien und Türkei importieren weiter iranisches Öl
Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 81,08 US-Dollar. Der Vergleichswert von Montag betrug noch 81,29 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 80,78 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 720,50 US-Dollar. Der Vergleichswert am Montag lag bei 720,50 US-Dollar, der Schlusspreis bei 715,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 16.10.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Auch wenn die Notierungen im Vergleich zu den gestrigen Schlusspreisen heute Morgen wieder leicht angezogen sind, so stand der vergangene Tag doch im Zeichen von Preisnachlässen. Saudi-Arabien will offensichtlich eine Erklärung veröffentlichen, wonach der saudische Regimekritiker Dschamal Chaschukdschi tatsächlich im saudischen Konsulat in Istanbul zu Tode gekommen ist. Als Grund wird wohl eine schief gelaufene „Befragung“ angegeben werden.

Dies macht die Sachlage nicht besser, doch wenigstens hört Saudi-Arabien nun auf, alle Schuld von sich zu weisen und damit die Anklagen seitens der USA empört mit Drohungen zu beantworten. Hatten diese Drohungen gestern noch für Preissteigerungen gesorgt, nimmt die erwartete Stellungnahme heute Morgen den Druck aus den Preisen.

Dennoch bleibt das Thema weiterhin unter Marktbeobachtung, denn nun ist die Frage, wie die USA auf das Schuldeingeständnis reagieren könnten. Trump hatte angekündigt, im Falle der Ermordung des Journalisten harte Maßnahmen gegen Saudi-Arabien zu ergreifen. Die Saudis wiederum sagten, sie wollten auf jede Handlung mit einer größeren Handlung antworten. Der Markt befürchtet hier als Streitgegenstand das Öl, doch wird sich Saudi-Arabien wohl nicht in Zurückhaltung beim Export üben – das würde nur die eigene Wirtschaft schwächen. Fraglich ist eben nur, ob die USA hier ähnliche Maßnahmen wie gegen Iran ergreifen könnten.

Aus dieser geopolitischen Ecke kamen gestern ebenfalls neue Zahlen zu den Schiffsexporten in der ersten Oktoberhälfte. Demnach hat Iran einmal mehr weniger Öl exportiert. Allerdings gab es im September einen kurzfristigen Anstieg, vor allem China, Indien und die Türkei hätten noch einmal viel bei Iran bestellt.

Der Euro hat etwas zugelegt und damit den Abwärtstrend für Heizöl zusätzlich begünstigt. Damit ergibt sich eine Lage, die Heizölkäufer sofort für sich nutzen sollten: Wer heute den Heizölkauf auslöst, sichert sich das möglicherweise beste Preisniveau der Woche.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1571 US-Dollar, Montag um die gleiche Zeit waren es 1,1557 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag wurde bei 1,1581 US-Dollar festgesetzt.

Die Gewinne begründen sich hauptsächlich aus einer leichten Dollarschwäche. Die Leitwährung hat etwas an Attraktivität als sichere Anlage verloren, weil andere Währungen dazu gewinnen konnten. Dies wird als leichte Aufhellung der geowirtschaftlichen Lage interpretiert, weshalb auch der Euro profitiert hat.

Heute Nachmittag werden weitere Konjunkturdaten aus den USA erwartet. Sollten diese wie erwartet robust ausfallen, könnte der Euro seine Gewinne wieder abgeben müssen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Iranisches Öl schon jetzt in der Krise
  • Libyen will bei weiterer Verschärfung der Sicherheitslage Raffinerie abschalten
     

Iran leidet unter US-Sanktionen

Aus Schiffsverkehrsdaten lässt sich viel über die aktuellen Exporttätigkeiten eines Landes ablesen. So hat der Iran laut dieser Daten im Oktober bisher etwa 1,3 Mio. B/T Rohöl exportiert. Ganz am Anfang des Monats waren es jedoch nur 1,1 Mio. B/T. Gerade diese Zahl hatte die Befürchtungen, dass die iranischen Exporte noch dramatischer abnehmen könnten, sobald die Öl-bezogenen Sanktionen durch die USA im November in Kraft treten, angefeuert.

Aus dem Vergleich mit September und aus dem monatsinternen Vergleich ergibt sich nun aber, dass gerade „Stammkunden“ wie China, Indien und die Türkei offenbar mehr iranisches Öl importiert haben, als vermutet wurde.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich die iranische Exporttätigkeit seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA praktisch halbiert hat. Die Frage ist nun nur, ob diese Zahlen noch weiter sinken und welchen Einfluss das auf die Versorgungslage und das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage auf dem Markt haben wird. Aktuell sind alle Befürchtungen zum iranischen Öl bereits eingepreist. Außerdem fängt die OPEC die Lieferdifferenz durch eigene Förderungssteigerungen auf. Momentan sieht es also eher so aus, als müsste die Ölexporttätigkeit im/ab November schon dramatisch unter 1 Mio. B/T sinken, um noch einen preissteigernden Einfluss zu haben. Viel eher wird es wahrscheinlicher, dass die Spekulationen zum Iran ausgepreist werden und damit Preisnachlässe ermöglichen.
 

Abschaltung der Al-Zawiya Raffinerie möglich

Das staatliche libysche Ölunternehmen NOC hat vor einer möglichen Abschaltung der Al-Zawiya Raffinerie gewarnt. Als Grund wird die sich verschärfende Sicherheitslage genannt. Es gab bereits zwei Anschläge auf die Produktionsstätte, zusätzlich stand auch das Sharara-Ölfeld unter dem Einfluss von Streiks und Blockaden. Die Raffinerie und das Ölfeld stehen im engen Produktionszusammenhang, sodass eine Abschaltung/Sperrung beider wichtigen Orte wahrscheinlicher wird.

Libyen ist seit Wochen Schauplatz von bewaffneten Auseinandersetzungen, um die Hauptstadt Tripolis sind die schwersten Kämpfe seit der Revolution 2011 entbrannt. Die Sicherheitslage im Land verschlechtert sich dramatisch – auch wenn der Westen das ganze Ausmaß nur am Rand mitbekommt. Libyen ist als OPEC-Mitglied immer wieder Wackelkandidat bei einer stabilen Export- und Produktionstätigkeit und deshalb immer wieder im Fokus kurz- und mittelfristiger Preissteigerungen. Die mögliche Abschaltung der Raffiniere könnte also den Preisen wieder einen Anschub geben.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 81,03 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es 81,27 Cent.

Für den Heizölkauf gibt es momentan hauptsächlich ein Argument: Die kalte Jahreszeit naht und Sie sollten Ihren Tank rechtzeitig auffüllen. Gleichzeitig ist es die beste Entscheidung, sich möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig zu machen. Das heutige Preisniveau kommt Ihnen dabei entgegen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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