Aktuelle Heizölpreise – TOTAL-Wochenrückblick, 25. Kalenderwoche 2014

20. Juni 2014

Heizoelpreis gestiegen - KW25

Beeinflusst durch die Krisenherde Irak und Ukraine befinden sich die Roh- und Heizölpreise im Aufwärtstrend und gehen mit festen Tendenzen aus der Handelswoche. Die Gefechte im Irak führen zu hohen Risikoprämien von 5 bis 6 US-Dollar pro Barrel Rohöl an den Ölbörsen.
Der Euro konnte seine Gewinne hingegen ausbauen und liegt am Ende der
Woche bei 1,3634 US-Dollar. Bei einer Abnahmemenge von 3000 Liter Heizöl ist derzeit mit einem Durchschnittspreis von 83 Euro pro 100 Liter zu rechnen.

Der Fokus liegt auf der Irakkrise, die sich im Laufe der Woche verschärft hat. Die islamistische Terrorgruppe ISIS hat etliche Städte und strategische Punkte eingenommen. Es kommt immer wieder zu heftigen Gefechten zwischen ISIS und dem irakischen Militär. Zuletzt hat ISIS eine wichtige Raffinerie im Norden des Landes besetzt und außer Betrieb gesetzt. Am Freitag kam die Meldung, ISIS-Kämpfer hätten eine alte Chemiewaffenfabrik eingenommen. Es bestehe das Risiko, dass Altbestände für neue Chemiewaffen verwendet werden.

Die USA haben auf die instabile Lage reagiert und ca. 300 Militärexperten in den Irak entsendet. Präsident Obama schließe zwar ein direktes militärisches Einschreiten aus, vereinzelte Eingriffe und Luftangriffe werden jedoch nicht für unwahrscheinlich gehalten. Der Iran hat Unterstützung zu Beginn der Woche zugesichert.

Sollte es langfristig zu Produktions- und Exportausfällen aus dem Irak kommen, verschärfe dies die globale Versorgungslage. Die OPEC kündigten bereits an, in diesem Falle eine Produktionserhöhung zu diskutieren, wohingegen die USA strategische Reserven freigeben will. Analysten gehen davon aus, dass es trotz der Maßnahmen zu Preiserhöhungen kommen werde.

Zwischen Russland und der Ukraine kam es zu keiner Einigung bezüglich des Gasstreites. Russland stellte zu Beginn der Woche die Gaslieferungen in die Ukraine ein, da diese nicht auf die Zahlungsforderungen Russlands eingegangen ist. Sollte die Ukraine sich an den Gaslieferungen für Europa bedienen, würde sich dies preissteigend auf die Energiepreise in der EU auswirken.

Im Osten der Ukraine kommt es weiterhin zu Gefechten zwischen Separatisten und dem ukrainischen Militär. Russland hat währenddessen seine Militärpräsenz in der Grenzregion wieder verstärkt. Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Holland haben Russland gedroht Sanktionen zu verschärfen sollte Russland nicht zu einer Deeskalation beitragen.

In den USA wurde ein wichtiger Schritt zur Lockerung der Exportregelungen von Erdgas und Rohöl erreicht. Seit den 70er Jahren sind Exporte der beiden Rohstoffe untersagt. Nun wurde dem Unternehmen Cameron LNG bewilligt ein Exportterminal für Erdgas an der US Golfküste zu bauen. Mit den Gas-Exporten aus den USA würde sich die Abhängigkeit Europas vom russischen Gas reduzieren. Man hoffe zukünftig, dass Lockerungen für Rohölexporte folgen.

Die geopolitischen Lagen des Iraks und der Ukraine lassen auch für die kommende Woche nicht auf weichere Tendenzen der Öl-Notierungen an den Warenterminbörsen schließen. Die Preise für Roh- und Heizöl werden vermutlich auf hohem Niveau in die neue Handelswoche starten.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise
 

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