Aktuelle Heizölpreise – TOTAL-Wochenrückblick, 45. Kalenderwoche 2013

Heizölpreis gefallen - KW 45

In der letzten Woche hat sich der Abwärtstrend bei den Öl- und Heizölpreisen fortgesetzt. Die vorherigen Preiserhöhungen für die europäische Ölsorte Brent und für Gasöl wurden wieder ausgeglichen. Die Einschätzungen für die momentane und zukünftige Rohöl-Versorgung des europäischen Marktes sind sehr positiv. Nur der nachgebende Eurokurs verhindert noch günstigere Heizölpreise.

Die Entwicklung der Heizölpreise geht wieder in die richtige Richtung. Nachdem bisher nur die amerikanische Ölsorte WTI an Wert verlor, zogen in der vergangenen Woche die Preise für Brent und Gasöl in Europa nach. Waren es anfangs noch technische Impulse aus der Chart-Analyse, so hat sich im Laufe der Woche auch die fundamentale Nachrichtenlage geändert.

Erste Analysten sprechen von einer "strukturellen Schwäche" am Ölmarkt.  Demnach wäre mehr Rohöl verfügbar als für das Bedienen der Nachfrage notwendig wäre. Das zeigte sich bisher nur in den USA bei der Ölsorte WTI. Verträge mit kurzer Laufzeit sind dort günstiger als Verträge mit längerer Laufzeit. Der Markt ist also so gut versorgt, dass kurzfristige Lieferungen unbedingt Abnehmer finden müssen. Das wird als „Contango“ Konstellation bezeichnet. Demgegenüber steht die „Backwardation“. Diese ist üblich bei einer knappen Marktlage.

Der europäische Ölmarkt befand sich lange Zeit in der Backwardation. Anfang Oktober waren Lieferungen für den aktuellen Monat noch 0,80 Dollar teurer als Lieferungen für den November. Aktuell sind Lieferungen für den November  0,05 Dollar teurer als Lieferungen für den Dezember. Ein deutliches Zeichen für eine bessere Versorgungslage.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Allen voran importieren die USA weniger Rohöl. Diese Mengen stehen dem europäischen Markt zusätzlich zur Verfügung. Die Produktion in der Nordsee steigt. Die Atomverhandlungen mit dem Iran scheinen kurz vor dem Abschluss zu stehen. Sollten die Importverbote für iranisches Öl gelockert werden, würden kurzfristig große Mengen Rohöl auf den Markt gelangen. Die Lagerbestände des Iran sind seit Beginn des Embargos enorm gestiegen.

Es besteht also noch Potenzial für sinkende Ölpreise. Doch die Senkung des Leitzinses durch die EZB macht konservative Anlageformen zunehmend uninteressant. Investoren weichen auf risikoreiche Anlagen wie Aktien oder Rohstoffe aus. Der niedrigere Eurokurs macht das in Dollar gehandelte Öl weniger attraktiv. Das kann sich aber schnell ändern. Wir empfehlen Heizölkunden, die noch nicht zwingend auffüllen müssen, einen Wunschpreis anzulegen. Sie werden automatisch informiert, wenn die aktuellen Heizölpreise das gewünschte Niveau erreicht haben. Alle Kunden die jetzt bestellen, profitieren von einem günstigen Heizölpreis. Die Preise liegen mehr als 10 Prozent unter dem Vorjahrespreis zu dieser Jahreszeit.

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