Heizöl News: Ölmarkt befürchtet erneutes Nachfrage-Minus

20. August 2020, Ricarda Altrichter

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Obwohl es gestern mit dem JMMC-Meeting und den US-Bestandszahlen greifbare Impulse für einen Preisanstieg gegeben hätte, werden die Sorgen um die Nachfrage-Entwicklung wieder größer. Argumente dafür lieferten sowohl DOE als auch OPEC. Der Heizölpreis ist heute gesunken.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • Kurzer Preisanstieg nach DOE-Bericht: Abbau bei den wichtigen Beständen, Nachfrage sinkt
  • OPEC-Kontrollgremium JMMC: Mahnung an Nachzügler und Pandemie-Einschätzung
  • Weltweiter Anstieg der Infektionen gefährdet Nachfrage erneut
  • Brent bei 44,99 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 374,25 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1837 US-Dollar


Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 43,78 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 43,78 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch lag der Heizölpreis bei 44,71 Cent pro Liter Heizöl.
 

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

Saudi Aramco sieht positive Nachfrageentwicklung in Asien

OPEC+ Quotentreue im Juli bei 97 Prozent

USA beschlagnahmen iranische Öltanker, neue Sanktionen gegen Venezuela?

China steigert US-Ölimporte für August und September – neues Teilabkommen mit den USA?

Venezuela steigert die Ölexporte und reduziert Rohölbestände

Monatsberichte der IEA und der OPEC+ Gruppe

 

Zwar nimmt insbesondere der weltweite Flugverkehr wieder an Fahrt auf und hält damit zumindest allzu pessimistische Nachfrageprognosen in Schach. Doch es zeichnet sich immer stärker ab, dass diese Erholung der Ölnachfrage nur ein Zwischenspiel sein könnte.

Obwohl die globale Infektionskurve inzwischen einen deutlichen Buckel entwickelt, steigen die weltweiten Zahlen weiterhin an. Beispiele wie Neuseeland und Spanien zeigen, dass es trotz höchster Disziplin während der ersten Welle offenbar kaum möglich ist, neue, flächendeckende Infektionen zu verhindern. In Deutschland meldet das RKI heute Morgen einen Neuinfektionsstand wie zuletzt Ende April. In den USA, Brasilien und Indien werden zwar weniger, aber immer noch überdurchschnittlich viele tägliche Neuinfektionen gemeldet.

Die Wahrheit einer zweiten Welle und das zunehmende (wenn auch lokale) Gegensteuern vieler Nationen könnte alle kurzfristigen Erholungstendenzen bei der Nachfrage schnell wieder zunichtemachen. Der DOE-Bericht zum US-Ölmarkt scheint diese Einschätzung erst einmal zu bestätigen. Zwar nahmen die landesweiten Bestände über alle Kategorien hinweg ab, insbesondere der Benzinvorrat ist geschrumpft. Die Nachfrage hat sich jedoch insgesamt nach unten entwickelt. Die Marktteilnehmer honorierten den Bestandsabbau kurz mit steigenden Ölpreisen, fielen dann jedoch wieder in ihre abwartende Haltung zurück.

Wie erwartet, hat die Sitzung des Kontrollgremiums der OPEC (JMMC) kaum neue Signale geliefert. Man bestätigte die 97-prozentige Quotentreue im Juli, mahnte aber gleichzeitig, dass nur 100 Prozent auch wirklich einen preisstabilisierenden Effekt haben können. Auch ging erneut ein Warnschuss an Länder wie Nigeria und Irak, die die vereinbarten Förderkürzungen bisher nicht eingehalten haben. Sie sollen bis 28. August Pläne vorlegen, wie sie dieses Versäumnis nachholen wollen.

Zum Thema Marktentwicklung ist das JMMC überzeugt, dass sich die Nachfrage erholt und die Lücke zum Angebot kleiner wird. Allerdings gab man auch zu, dass sich die Pandemie insgesamt in die Länge ziehen dürfte – was angesichts der Infektionstrends eben immer wahrscheinlicher wird.

Eine solch unbefriedigende und wenig richtungsweisende Nachrichtenlage ist für Händler natürlich wieder ein Grund, sich in Zurückhaltung zu üben. Letztendlich haben die Ölnotierungen nachgegeben, der ebenso leicht gesunkene Euro gleicht diese Verluste jedoch etwas aus. Das dennoch günstigere Preisniveau ist weiterhin eine hervorragende Gelegenheit, den Öltank aufzufüllen.

Denn auch wenn es gestern keine geopolitischen Impulse gab, so ist das Thema US-Sanktionen gegen Venezuela genauso wenig vom Tisch wie das Thema US-Sanktionen gegen Iran. Beide Faktoren könnten einen großen Einfluss auf die Preisentwicklung haben, weil Spannungen über die Diplomatie hinaus damit einmal mehr wahrscheinlicher werden.

 

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 44,99 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug 45,06 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 45,37 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 374,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 378,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 376,75 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 20.08.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.

 

DOE

Im dieswöchigen Bericht zu den US-Bestandszahlen steht wieder der Faktor Benzin im Mittelpunkt, auch wenn stagnierende US-Produktion ebenfalls genau betrachtet wurde. Eine offenbar sinkende Produktnachfrage sowie generell weniger eindrucksvolle Zahlen als in der Vorwoche haben gestern dafür gesorgt, dass der DOE-Bericht nur kurzen Einfluss auf die Ölpreisentwicklung nehmen konnte.

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-34-200820 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

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