Heizöl News: OPEC zeichnet pessimistisches 2020 – Ölpreise bleiben stabil

13. August 2020, Ricarda Altrichter

Gesunkene Rohölproduktion, starker Euro - der Heizölpreis ist gesunken. 13.08.20

Das DOE hat die US-Bestandszahlen des API bestätigt, der Monatsbericht der OPEC fiel eher pessimistisch aus. Dennoch blieben die Ölpreise auf etwa gleichem Niveau. Beide Berichte sind in ihrer Grundtendenz eingepreist, der Markt wartet einmal mehr ab.
Der Heizölpreis ist heute gesunken.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • DOE: API-Tendenz bestätigt, Anzeichen für Nachfrageerholung, US-Förderung unter 11 Mio. B/T
  • OPEC-Monatsreport: Corona-Auswirkungen drücken Nachfrage, Juli-Förderung überraschend gestiegen
  • Iran umgeht offenbar US-Sanktionen, Zwischenfall in der Straße von Hormus
  • Streik in Nigerias Ölindustrie
     
  • Brent bei 45,35 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 379,75 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1813 US-Dollar


Heizölpreis heute

  • Heizölpreis bei 44,75 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 44,75 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch lag der Heizölpreis bei 45,15 Cent pro Liter Heizöl.
 

Einflussfaktoren auf den Ölpreis

Russland meldet Zulassung eines Corona-Impfstoffs
Zahl der weltweiten Flüge nimmt wieder zu
Norwegen fährt Ölförderung und -exporte zurück
USA: Trump verabschiedet Konjunkturhilfemaßnahmen, Zahl der aktiven Ölbohranlagen so niedrig wie zuletzt vor 15 Jahren

Saudi Aramco senkt die Verkaufspreise für europäische und asiatische Abnehmer
OPEC-Monatsbericht: Weiter problematische Nachfrage, Förderung im Juli gestiegen

Gäbe es die Corona-Pandemie nicht, hätte der gestrige Handelstag für viel (mehr) Bewegung in den Ölnotierungen sorgen können. Das Department of Energy (DOE) lieferte die offizielle Statistik für den US-Ölmarkt der vergangenen Woche und machte einmal mehr deutlich, dass sich die Nachfrage in den USA momentan erholt.

Gleichzeitig sank die Förderung erstmals seit vier Wochen wieder unter die 11 Mio. Barrel-Marke. Zusammen mit einer sinkenden Explorationstätigkeit der Unternehmen wird das US-Ölangebot also momentan knapper. Da aber das API tags zuvor bereits ähnliche Zahlen lieferte, ignorierte der Ölmarkt diese „Bestätigung“ weitestgehend.

Auch der OPEC-Monatsbericht hatte kaum Auswirkungen. Das verwundert ein wenig, da er erstens die Nachfrageentwicklung für 2020 nach unten korrigierte und zweitens „zugab“, dass die OPEC-Produzenten im Juli mehr produziert haben als bisher kalkuliert. Demnach habe Saudi-Arabien rund 0,9 Mio. Barrel pro Tag mehr gefördert, „Kürzungs-Abweichler“ Irak lag ebenfalls über den vereinbarten Förderquoten. Zusammen mit einer steigenden Förderung in Nicht-OPEC-Ländern bleibt laut OPEC also eine Überversorgung.

Damit widerspricht die OPEC dem EIA-Monatsbericht, der den Nachfrageschwund 2020 bei rund 8 Millionen B/T ansetzt, während es bei der OPEC über 9 Millionen sind. Doch auch diese Diskrepanz hatte kaum Auswirkungen auf die Ölpreisentwicklung.

Gestern wurde zudem ein Zwischenfall in der Straße von Hormus gemeldet. Das bedeuted, dass es offenbar immernoch Spannungen in dieser entscheidenden Meeresstraße gibt.

Für Marktbeobachter stellt sich nun die Frage, warum es kaum Reaktionen auf all diese einflussreichen Meldungen gab und gibt. Einerseits bestätigen Marktzahlen nur vorherige Prognosen, sind also bereits eingepreist. Andererseits lässt sich der Markt längst nicht mehr zu voreiligen Reaktionen hinreißen. Drittens müssen alle Angaben durch die Pandemie-Brille betrachtet werden: Selbst, wenn nigerianische Ölarbeiter streiken oder die US-Fördertätigkeit sinkt, tragen solche Faktoren nur dazu bei, das (befürchtete) Überangebot 2020 zu senken. An den Nachfragewerten bzw. -prognosen lässt sich momentan nichts ändern – da niemand weiß, wie sich die Infektionszahlen in der kommenden Zeit verändern.

Generell bleiben die Ölpreise zwar auf leicht höheren Niveaus, doch der Heizölpreis profitiert vom stabilen Euro und der Binnennachfrage. Daher bietet sich erneut eine gute Gelegenheit zum Tankauffüllen.

Schaut man die Nachrichten in ihrer Gesamtheit an, stehen die Zeichen aktuell auf Preissteigerungen. Geopolitische Spannungen rücken derzeit wieder stärker in den Mittelpunkt und könnten Vorbehalte zur Nachfrage überschatten. Darum lohnt es sich, das heutige Preisniveau zu nutzen.
 

Ölpreise an der Warenterminbörse: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent  notierte am Morgen bei 45,35 US-Dollar. Der Vergleichswert von Mittwoch betrug 44,79 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 45,35 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 379,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Mittwoch lag bei 373,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 378,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 13.08.2020 // Alle Angaben ohne Gewähr

Informieren Sie sich über die aktuellen Heizölpreise in Ihrer Region täglich auf unserer Heizölpreisseite.

 

Ölmarkt-Bericht des Department of Energy (DOE)

Für sich genommen stimmen die DOE-Zahlen den Markt froh: Die Gesamt- und Benzinnachfrage steigen wieder, die US-Ölproduktion ist weiterhin eingeschränkt und trägt damit zum Abbau der Bestände bei. Auch die Raffinerieauslastung legt zu. Da das API zuvor eine ähnliche Tendenz hatte, blieb eine klare Reaktion bisher aus. Allerdings könnten die DOE-Zahlen heute noch einmal als flankierendes Argument für Wirtschaftsdaten oder ähnliche Werte herangezogen werden und unter Umständen für einen „verspätete“ Reaktion sorgen.

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-33-130820 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

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Ricarda Altrichter - Autorin

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