Ölpreise leicht nachgebend, Euro verliert

7. Juli 2014

Das Handelsvolumen an den Ölbörsen fiel am Freitag auf Grund des Independence Day Feiertages in den USA sehr gering aus. Die Ölnotierungen halten sich auf dem Preisniveau nahe dem 3-Wochentief. Richtungsweisende Impulse bleiben vorerst aus. Der Euro fiel unter die 1,36 US-Dollar-Marke und verhindert damit einen Rückgang des inländischen Heizölpreises.

Aus Libyen werden auch künftig preissenkende Einflüsse auf den Ölpreis erwartet. Am Wochenende erfolgte die offizielle Übergabe zweier wichtiger Ölhäfen, die zuletzt in der Hand libyscher Rebellen lagen. Nun können auch Rohöllieferungen von diesen Ölterminals offiziell gebucht werden. Die Exportkapazität wird sich voraussichtlich verfünffachen und sich vor allem auf den europäischen Markt positiv auswirken. Man hofft nun, dass sich die positive Entwicklung auch auf andere Ölanlagen in Libyen auswirke, die zurzeit noch blockiert bleiben.

Die halbautonome Region Kurdistan im Norden des Iraks plant ein Referendum über die Unabhängigkeit vom Irak. Die regionale Regierung nutzt die Kämpfe zwischen der irakischen Regierung und der Terrorgruppe ISIS und sichert sich den Einflussbereich. Experten rechnen damit, dass sich die Spannungen im Irak folglich erhöhen könnten. Jedoch geht man davon aus, dass der Irak aktuell nicht dagegen vorgehen kann, da das Militär in die Kämpfe gegen ISIS eingebunden ist.

Mit der Unabhängigkeit Kurdistans könnten die Ölexporte aus der Region aber auch zunehmen. Seit Beginn des Jahres wurde über die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline bereits Öl transportiert und in Ceyhan auf Öltanker verladen. Währenddessen kam es immer wieder zu Anschlägen auf die Pipeline. Die irakische Regierung hält die Exporte für illegal, da das Öl im Irak gefördert werde und somit das irakische Staatsunternehmen SOMO das alleinige Recht an dem Öl besitzt. Durch die Unabhängigkeit Kurdistans würden die unklaren Rechtmäßigkeiten aufgehoben und das Öl könnte legal exportiert werden.

Diese Woche werden weitere Ergebnisse aus den Verhandlungen zwischen dem Iran und der 5+1 Gruppe bezüglich des Atomabkommens erwartet. Die Ölpreise werden weiterhin von den Krisenregionen Irak, Ukraine und Libyen beeinflusst, wobei sich momentan die preissenkenden Einflüsse aus Libyen durchsetzen.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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