Heizölpreise am Donnerstag: Ölpreis steigt weiter, Heizöl teurer

31. Januar 2019, Peter Dudda

Heizölpreis steigt zum Donnerstag 31.01.19

Deutliche Impulse aufgrund der US-Sanktionen gegen Venezuela bleiben vorerst aus. Der Ölmarkt wartet das endgültige Ausmaß der Sanktionen ab, bevor Fördermengen und Exporte anderer Länder möglicherweise angepasst werden. DOE wirkt preissteigernd. Heizöl teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • DOE: Ausgleich fehlender US-Importe aus Venezuela unklar
  • US-Notenbank fährt vorsichtige Strategie
  • Brent bei 62,12 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 580,00 US-Dollar
  • Euro bei 1,1500 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 68,53 Euro / 100L

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Revolution in Venezuela und Sanktionen
US-Ölbestandsveränderungen
Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
 IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
 Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
 China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
 Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

 Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China

Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
 Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen
 Öl-Nachfrage sinkt im Januar
 EIA: US-Ölproduktion steigt
 OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Heute Morgen lag der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent bei 62,12 US-Dollar. Am Mittwoch notierte der Kurs noch bei 61,55 US-Dollar. Brent schloss den gestrigen Tag ebenfalls bei 61,55 US-Dollar ab.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Donnerstagmorgen bei 580,00 US-Dollar. Am Mittwoch lag der Preis bei 575,25 US-Dollar. Den gestrigen Tag beendete ICE Gasoil bei 573,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 31.01.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Gestern festigte sich die Aufwärtstendenz des Ölpreises. Die Sanktionen gegen Venezuela beeinflussen den Preis weiterhin und auch die US-Ölbestandsdaten des Department of Energy stützen diese Entwicklung. Große Sprünge nach oben blieben bisher jedoch aus. Der im Vergleich zu den starken Einflüssen anderer Sanktionen schwache Anstieg des Kurses deutet auf eine abwartende Haltung hin. Möglicherweise zeigt der Ölpreis erst starke Reaktionen, sobald das Ausmaß der Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Venezuela abzuschätzen ist. Zur Zeit ist nicht klar, ob und in welche andere Länder Venezuela Öl exportieren wird und woher Venezuela leichtes Rohöl oder andere wichtige Stoffe beziehen kann, um das eigene sehr schwere Öl für den Markt aufzubereiten. Sobald hier Lösungen in Sicht sind, kann der Ölpreis eindeutige Reaktionen zeigen.

Aufgrund der US-Sanktionen gegen Venezuela müssen die US-Raffinerien nun die fehlenden Ölimporte aus Venezuela selbst ausgleichen. Die halbe Million Barrel pro Tag könnte beispielsweise durch die Freigabe eines Teils der strategischen Reserven bezogen werden, die aktuell höher sind als es die Internationale Energieagentur (IEA) es vorschreibt. Dies ist jedoch keine Dauerlösung, denn die US-Raffinerien sind derzeit auf Importe angewiesen. Möglicherweise kann Saudi-Arabien als Lieferant einspringen.

Allerdings hatte Saudi-Arabien bereits bei den US-Sanktionen gegen den Iran zu früh reagiert. Sie leiteten bereits im Sommer 2018 und damit einige Monate vor dem Eintritt der US-Sanktionen gegen den Iran, eine gesteigerte Produktion ein, um den sich abzeichnenden Verlust des iranischen Öls auszugleichen. Als die USA die Ausnahmeregelungen einräumte und acht Ländern den Ölhandel mit dem Iran erlaubte, war der Ölmarkt damit plötzlich und unerwartet überversorgt und der Preis stürzte. Dieser Fehler wird den Saudis nicht noch einmal unterlaufen, sodass Änderungen der Fördermengen wahrscheinlich erst angeordnet werden, sobald der Ölmarkt die Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Venezuela eingepreist hat.

Zwar bewirken die US-Sanktionen gegen Venezuela und auch die aktuellen US-Ölbestandsdaten des DOE einen Preisanstieg des Rohöls, doch der feste Euro-/Dollarkurs in Folge der gestrigen Sitzung der US-Notenbank sorgt wahrscheinlich für einen stabilen Heizölpreis. Die Gelegenheit ist für Heizölkäufer günstig, leere Tanks zu füllen, bevor die US-Sanktionen gegen Venezuela ihre Wirkung am Ölmarkt entfalten und die Preise möglicherweise wieder steigen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1500 US-Dollar, was einem leichten Plus im Vergleich zum Dienstagmorgen entspricht. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag wurde ebenfalls bei 1,1482 US-Dollar festgesetzt.

Gestern kündigte die US Notenbank Fed eine vorsichtigere Geldpolitik an, was den Dollar drückte und im Gegenzug den Euro stützte. Der Wert des Euros lag im Verlauf des Morgens sogar über 1,1500 US-Dollar. Der Leitzins blieb zwar unverändert, doch die Fed kündigte für zukünftige Zinsanpassungen eine „geduldige Vorgehensweise“ an. Weitere Zinsschritte sind damit in naher Zukunft unwahrscheinlich geworden. Anleger rechneten bereits damit. Teilweise geht man sogar davon aus, dass der Erhöhungszyklus des Leitzinses abgeschlossen ist. Die Fed kündigte außerdem an, ihre von Krisenmaßnahmen gebeutelte Bilanz zu reduzieren. Als Reaktion legte der Euro gestern fast einen US-Cent zu und verteidigt heute Morgen den Aufwärtstrend.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • US-Ölbestandsveränderungen
  • Neuer Ton in der US-Geldpolitik
     

DOE: Ölbestandsveränderungen in den USA

Am Dienstag berichtete das American Petroleum Institute (API) von gesunkenen Raffinerieauslastungen und dadurch gesteigerten Rohölbeständen, während die Vorräte der Produkte abnahmen. Das Department of Energy (DOE) bestätigte dies gestern. Die reduzierte Auslastung der Raffinerien ist in dieser Jahreszeit im Zuge von Wartungsarbeiten nicht unüblich. Die Bestandsaufbauten waren also zu erwarten. Jedoch blieben die tatsächlichen Bestandsaufbauten hinter den Erwartungen zurück.
 

Die DOE-Daten im Überblick
 

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-05-310119 // Alle Angaben ohne Gewähr

Dem Bericht des DOE zufolge ist der geringere Bestandsaufbau auf das Verhältnis zwischen den US-Importen und-Exporten zurückzuführen. Denn die Importe nahmen um 1,1 Mio. Barrel pro Tag ab, während die Exporte zwar auch geringer wurden, doch nicht in diesem hohen Maß abnahmen. Der Grund dafür liegt in den Exportkürzungen Saudi-Arabiens in Richtung USA. Mit geringeren Exporten von Rohöl in die USA wollen die Saudis die hohen US-Bestände senken. Dem DOE zufolge geht dieser Plan auf und die Rohölbestände der USA sinken. Dies wirkt sich so preissteigernd aus, dass sogar die aktuell sinkende Nachfrage, die sonst den Preis drückt, überlagert wird.

 

US-Notenbank: Keine Zinserhöhung in Sicht

Gestern endete die Sitzung der US-Notenbank mit einer Pressekonferenz, in der die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Daraus ging hervor, dass in nächster Zukunft vermutlich keine weiteren Zinserhöhungen mehr stattfinden werden und vorsichtigere Maßnahmen eingeleitet werden. Hinweise auf eine weitere schrittweise Anhebung der Zinsen blieben in dieser Pressekonferenz aus. Stattdessen wolle man wirtschaftliche Daten abwarten, denn die neue Einschätzung des aktuellen Wirtschaftswachstums lautet nicht mehr „stark“, sondern „solide“, während der Inflationsdruck abnimmt. Deshalb ist für weitere Zinsschritte Geduld angebracht.

Passend zur ausbleibenden Zinsanhebungen nimmt die Fed über Staatsanleihen Einfluss auf den Markt, indem sie ihre Bilanzsumme weniger schnell verringern wird. Vermutlich werden weniger Staatsanleihen als bisher angenommen verkauft werden. Dadurch bleiben mehr Dollar auf dem Markt und die US-Wirtschaft kommt in Schwung. Mehr Geld auf dem Markt zieht eine Entwertung der Währung nach sich. Die Auswirkung: Der Dollar schwächelt und das in Dollar gehandelte Öl wird für Länder mit starken Währungen wie dem Euro im Einkauf verhältnismäßig günstiger.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,53 Cent pro Liter Heizöl. Damit stieg der Heizölpreis im Vergleich zum Mittwoch. Gestern lag der Heizölpreis bei 67,15 Cent pro Liter Heizöl.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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