Heizölpreise im Aufwärtstrend - OPEC Abkommen und Dollarstärke

21. November 2016

Heizoelpreise steigen 21112016

Die Heizölpreise befinden sich seit einer Woche in einem Aufwärtstrend. Kommentare zum OPEC Abkommen stützen die Ölpreise und der Eurokurs steht weiterhin unter Druck. Der aktuelle Heizölpreis steigt um knapp einen Cent pro Liter.

Ölpreisentwicklung

Das angestrebte OPEC Abkommen zur Reduzierung des Ölangebotes bleibt das bestimmende Thema am Ölmarkt. Angesichts der weiterhin als überversorgt geltenden Marktlage und der zu Beginn des nächsten Jahres saisonal typischerweise sinkenden Nachfrage, würde das Überangebot noch zunehmen.

Den damit verbundenen Preisdruck möchten die OPEC und andere Ölproduzenten tunlichst vermeiden. Die angestrebte Lösung liegt in der Begrenzung und teilweisen Kürzung der Ölproduktion. Während die OPEC Fördermenge reduziert werden soll, wäre Russland wohl nur bereit, die eigene Produktion auf aktuellem Niveau einzufrieren.

Die individuellen Förderquoten der OPEC Mitglieder sollen in einem Abkommen Ende November fixiert werden. Am Freitag blickten Marktteilnehmer daher insbesondere auf ein Treffen wichtiger Ölproduzenten im Rahmen einer Gaskonferenz in Katar. 

Dabei äußerten sich Vertreter der OPEC äußerst optimistisch, dass man sich auf eine Produktionsbegrenzung einigen wird. Durch die zunehmende Anzahl der Treffen und den immer zuversichtlicher klingenden Kommentaren zum Verhandlungsstand, steigen die Ölpreise weiter an.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel des europäischen Nordseeöls Brent kostet zum Wochenstart für 47,38 US-Dollar gehandelt. Das sind knapp sieben Prozent mehr als vor einer Woche. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird mit 431 US-Dollar pro Tonne notiert und liegt damit 30 Dollar über dem Kurs vom letzten Montag.

Die OPEC zeigt sich zuversichtlich, dass ein Abkommen Ende November zustande kommt. Marktteilnehmer glauben zwar immer mehr daran, zweifeln aber an der Wirksamkeit der Maßnahmen. Einige Kartellmitglieder beanspruchen Sonderstellungen für sich, nur sehr wenige haben sich bisher zu effektiven Kürzungen bereit erklärt.

Angesichts der Rekordproduktion in den letzten Monaten müssten damit weniger Länder mehr Öl vom Markt nehmen. Der größte Ölproduzent Russland hat sich lediglich bereit erklärt, die eigene Förderung einzufrieren, also nicht weiter zu steigern.
 
Selbst mit einem Abkommen und dem damit wohl verbundenen kurzfristigen Anstieg der Ölpreise droht ein Erstarken der amerikanischen Ölindustrie. Höhere Preise führen zu einem Ausbau der dortigen Förderung. Das führt zu einem höheren Angebot und dies wiederum könnte die Ölpreise belasten. 

Durch den Schieferöl Boom (Fracking) sind die USA zu einem oder sogar dem weltweit größten Ölproduzenten aufgestiegen. Die Folge war der Verfall der Ölpreise. Diesen hatte die OPEC in Kauf genommen, um die amerikanische Konkurrenz unter Druck zu setzen.

Diese konnten durch Steigerung der Effizienz und Kostensenkungen aber deutlich billiger fördern, als man das vor wenigen Jahren noch angenommen hatte. Zu Beginn des Ölpreisverfalls im Herbst 2014 sollen die Förderkosten noch bei 70 Dollar pro Fass gelegen haben.

Am Permian Ölfeld, ein riesiges Fördergebiet das sich von Westtexas bis in den Südosten von New Mexico erstreckt, sollen die Kosten jetzt nur noch bei 30 Dollar liegen. Zwar fiel die Zahl der aktiven Bohranlagen von über 550 auf weniger als 200, gleichzeitig stieg jedoch die geförderte Menge um fast 20 Prozent.

Zuletzt wurde der größte Ölfund in der Geschichte der USA gemeldet. Forscher schätzen das Volumen im Schiefergestein des zusammenhängenden „Wolfcamp“ Gebietes auf 20 Milliarden Barrel Rohöl sowie zusätzlichen Mengen an Erdgas. Allein das Öl hat aktuell einen Marktwert von 900 Milliarden Dollar.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 21.11.2016

  • Ansprache EZB Präsident Mario Draghi
  • OPEC Treffen zur geplanten Produktionskürzung

Dienstag, 22.11.2016

  • Vorabdaten US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • OPEC Treffen zur geplanten Produktionskürzung

Mittwoch, 23.11.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)
  • Offenmarkt Protokoll der US-Notenbank Fed (Hinweise auf zukünftige Zinspolitik)
  • Stimmungsindikatoren wirtschaftliche Entwicklung Eurozone / USA

Freitag, 24.11.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist heute Morgen 1,063 US-Dollar wert. Damit hat sich der Eurokurst wieder etwas erholt, am Freitag fiel der Kurs bis auf 1,0569 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Dezember 2015.

Allerdings zeigt der Trend klar abwärts. Die Deutsche Bank hält beispielsweise kurzfristig einen Kurs von 1,05 US-Dollar und mittelfristig sogar die Parität zum Dollar für wahrscheinlich.

Grund für die Dollar-Stärke sind die Erwartungen an die Finanzpolitik des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump und damit verbunden die steigenden Zinserwartungen an die amerikanische Notenbank Fed.

Durch ein höheres Zinsniveau wird eine Währung für Anleger attraktiver und damit gestärkt. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich damit wiederum die Importe für die Eurozone.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise befinden sich weiter in einem Aufwärtstrend. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt 54,37 Euro pro 100 Liter. Innerhalb einer Woche sind die Tagespreise damit um knapp drei Cent pro Liter Heizöl gestiegen.

Im Moment spricht leider wenig dafür, dass sich dieser Trend bald umkehrt. Eine Erholung des Eurokurses ist angesichts der Erwartung steigender Zinsen in den USA recht unwahrscheinlich und die Ölpreise behalten durch die OPEC Verhandlungen eine feste Tendenz.

Wir raten unseren Kunden daher weiterhin zum baldigen Heizölkauf, insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in mehreren Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?