Heizölpreise Entwicklung und Tendenz KW 38

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Die Heizölpreise verzeichneten in der letzten Woche einen Rückgang von ca. einem Cent pro Liter. Der Preis für eine 3.000 Liter Standardlieferung liegt nur noch etwas über 55 Cent pro Liter. Entscheidende Themen waren die Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank und der Einfluss eines langfristig möglichen Abbaus, gegenüber dem kurzfristigen Ausbau der Überversorgung am Ölmarkt.

Heizölpreis Entwicklung

Die Tendenz der Heizölpreise zeigt weiter abwärts. Im Verlauf der letzten Woche ist der Preis für eine 3.000 Liter Standardlieferung im bundesweiten Durchschnitt um etwa einen Cent pro Liter gefallen. Der Ölpreis zeigte sich im Wochenverlauf mehr oder weniger stabil. Die Nachlässe beim Heizölpreis resultieren in erster Linie aus dem festeren Eurokurs.

Am Ölmarkt wägen Händler aktuell den langfristig möglichen Abbau gegen den kurzfristigen Ausbau der Überversorgung ab. In den aktuellen Monatsreports der EIA (Energy Information Administration - Amt für Energiestatistik innerhalb des US-amerikanischen Energieministeriums) und IEA (Internationale Energie Agentur) wurde die erwartete US Rohölförderung für das kommende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Durch die niedrigen Ölpreise wird mit einem starken Rückgang der Ölförderung außerhalb der OPEC gerechnet. Dadurch werde die weltweite Rohölversorgung  deutlich knapper und das Überangebot könnte abgebaut werden.

Dem entgegen stehen jedoch mögliche Exporte des Irans und die saisonal schwach erwartete Rohölnachfrage. Durch das Ende der Sommernachfrage und damit verbundenen Umstellungsarbeiten an den Raffinerien geht die Rohölnachfrage zu Herbstbeginn in der Regel zurück. Da die Vorräte in den USA jetzt schon auf Rekordniveau liegen, besteht die Sorge, dass die Kapazitätsgrenzen der Lager überschritten werden könnten.

Zur Wochenmitte billigte das für Energiefragen zuständige US Komitee ein Gesetz zur Aufhebung des aktuell bestehenden Exportverbots für US Rohöl. Eine Aufhebung des Exportverbots wird damit wahrscheinlicher. Eine Abstimmung dazu könnte schon im Laufe der kommenden Wochen anstehen. Dadurch wäre der Export des vor allem durch Fracking gewonnenen Rohöls möglich.

Dies ist entscheidend, da viele Raffinieren in den USA auf die Verarbeitung von schwerem Rohöl ausgelegt sind. Das bei der Förderung von Schieferöl gewonnene Rohöl ist allerdings ein leichtes Öl, welches damit nicht in den eigenen Raffinerien verarbeitet werden kann. Momentan wickeln die USA Tauschgeschäfte mit z.B. Mexico ab, um leichtes gegen schweres Öl zu tauschen. Das Aufheben des Exportverbots für Rohöl könnte diesen Vorgang vereinfachen.

Sollte es zur Aufhebung des Verbots kommen, wäre dies ein preistreibender Faktor für das amerikanische WTI-Öl (West Texas Intermediate), allerdings auch ein potenziell preisdrückender für das globale Preisniveau. Ein Ausgleich des zurzeit bestehenden Preisunterschiedes zwischen WTI und dem europäischen Öl Brent wäre damit möglich.

Die amerikanische Notenbank Fed hatte sich am Donnerstagabend gegen die Anhebung des Leitzinssatzes entschieden. Gründe dafür seien unteranderem der Börsencrash und die schwächelnde Wachstumserwartung Chinas sowie schwache Konjunkturaussichten in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Der Eurokurs stieg daraufhin bis auf den höchsten Stand seit Ende August.

Heizölpreise Prognose

Für die Prognose der Heizölpreise entscheidend ist die Entwicklung der Ölpreise und des Eurokurses. Bei den Ölpreisen spricht derzeit nicht viel für einen nachhaltigen Anstieg. Entscheidende Aspekte für die Ölpreisentwicklung sind die anstehende Entscheidung über die Aufhebung des US Rohölexportverbots, der Verdrängungskampf der OPEC, das kommende iranische Öl und der Rückgang der Rohölförderung außerhalb der OPEC.

Die veröffentlichten Verkaufspreise für Oktoberlieferungen seitens der OPEC zeigen, dass der Wettbewerb unter den OPEC-Mitgliedern selbst immer mehr zunimmt. Wie gewohnt veröffentlichte Saudi-Arabien zuerst seine Preise. Diese waren stark herabgesenkt. In der Folge zogen die anderen Mitglieder ebenfalls mit Senkungen ihrer Preise nach und unterboten sich dabei gegenseitig.

Sollte die Ölnachfrage durch saisonale Wartungsarbeiten an den Raffinerien und niedrigeren Wachstumsraten in China schwach bleiben, während zusätzliche Ölexporte aus den USA und dem Iran das Angebot perspektivisch stärken, ist ein weiterer Rückgang der Ölpreise wahrscheinlich.

Ob es mittelfristig zu weiteren Gewinnen beim Eurokurs kommt, darf dagegen bezweifelt werden. Analysten verweisen darauf, dass die Zinswende in den USA lediglich verschoben wurde. Die Währungshüter der Notenbank machten zeitgleich klar, dass es ein klares Ziel bleibe, den Leitzins noch in diesem Jahr zu erhöhen.

Alles in allem besteht die Möglichkeit weiterer Preisnachlässe beim Heizöl vor allem durch sinkende Ölpreise. Diese sind jedoch jetzt schon auf einem sehr niedrigen Niveau, sodass wir nicht davon ausgehen, dass neue Rekordtiefs beim Heizöl erreicht werden. Wir sehen den Spielraum eher im Bereich von 1 bis 2 Cent pro Liter.

Das zeigt aber auch, dass es sich bereits jetzt um einen günstigen Kaufzeitpunkt handelt. Bei den gängigen Abnahmemengen bewegen sich mögliche Einsparungen im niedrigen zweistelligen Bereich. Dagegen steht ein ungleich höheres Risiko bei steigenden Ölpreisen und fallendem Eurokurs, zumal die kalte Jahreszeit naht.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung und lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise informieren. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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