Heizölpreise geben weiter nach – Ölpreise auf Langzeittief

26. November 2018, Peter Dudda

Heizölpreise sinken zum Wochenstart 26.11.18

Nachdem die Ölpreise in der letzten Woche starke Verluste hinnehmen mussten, ging es vor dem Wochenende noch einmal weiter abwärts. Die Kurse befinden sich jetzt auf den niedrigsten Stand seit 14 Monaten. Heizölverbraucher können daher auch heute mit weiter fallenden Heizölpreisen rechnen.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • OPEC: Förderkürzungen geringer als erwartet?
  • Ölpreise auf niedrigsten Stand seit September 2017
  • Heizölpreise: Normalisierung des Preisniveaus setzt sich sichtbar fort
  • Brent bei 59,66 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 579,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1347 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 76,59 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Saudi Arabien kürzt Exporte
 OPEC kündigt Exportkürzungen an und bringt Förderkürzungen ins Spiel
 Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

  IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
▶ USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus und hat kein Interesse an neuen Kürzungen
 Sanktionen gegen Iran

 EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 US-Rohölbestände laut DOE gestiegen
 OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
 Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
 Libyen und Irak mit stark ausbaufähiger Ölförderung
 Irak will Ölexporte aus Kirkuk wieder aufnehmen

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte zum Wochenstart bei 59,66 US-Dollar. Am Freitagmorgen waren es noch 63,19 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde vor dem Wochenende bei 58,80 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis hat ebenso wie Brent ebenfalls deutlich nachgegeben und stand am Morgen nur noch bei 579,50 US-Dollar. Zum Tagesstart am Freitag waren es noch 593,50 US-Dollar US-Dollar. Der Schlusspreise wurde vor dem Wochenende bei 576,75 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 26.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Der Grund für den neuerlichen Preisrutsch an den Ölmärkten folgt der wohl simpelsten Regel der Marktwirtschaft: Ist die Nachfrage niedrig und zugleich das Angebot hoch, bedeutet das im Umkehrschluss fallende Preise. Wer sich schon etwas länger mit der Ölpreisentwicklung befasst weiß allerdings auch, dass dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nicht erst seit dem vergangenen Freitag besteht.

Zuletzt konnte der Preisverfall durch die Ankündigung der OPEC, nämlich die eigene Förderung ab dem kommenden Jahr wieder drosseln zu wollen, etwas aufgehalten werden. Diesen Eingriff in den Ölmarkt kann die OPEC allerdings nur mit Russland, immerhin einer der drei größten Ölfördernationen der Welt, durchsetzen. Zumindest wenn er nachhaltig sein soll. Bisher arbeiteten die OPEC und Russland in einem seit Ende 2016 bestehenden Förderbeschränkungsabkommen für eine geordnete Beschränkung ihrer Ölförderung zusammen. Bereits bei der letzten Verlängerung des Deals, wollte sich Russland Optionen zur schnelleren Aufkündigung der Vereinbarung offenhalten. Auch in der aktuellen Situation sieht Russland im Gegensatz zur OPEC keine Eile wenn es um neue Förderquoten geht. Am 6. Dezember findet eine Neuverhandlung des Deals statt und wie es scheint steht die OPEC mit ihrem Vorhaben neue Produktionskürzungen durchsetzen zu wollen ziemlich isoliert da.

Für den Januar wird ein Einbruch der globalen Rohölnachfrage um eine tägliche Menge von 3,1 Millionen Barrel Rohöl erwartet. Die Gesamtnachfrage könnte dann nur noch 98,8 Millionen Barrel pro Tag betragen (Dezember 102 Mio. Barrel pro Tag). Selbst wenn die OPEC es schaffen sollte die eigene Förderung um eine Million Barrel pro Tag zur senken, würde das gemessen an der derzeitigen Förderung immer noch ein Überangebot von knapp zwei Millionen Barrel bedeuten. Zusätzlich steht nach wie vor eine stark wachsende US-Rohölproduktion im Raum und auch Russland plant weiter die eigenen Kapazitäten auszuweiten.

Auch wenn zum Morgen die Abwärtsbewegung an den Märkten etwas nachließ, deutet die gesamte Konstellation auf weiter niedrige Ölpreise hin. Heizölverbraucher kann das nur freuen, denn die Heizölpreise sind trotz der im Inland weiter bestehenden Versorgungsprobleme in den letzten Tagen deutlich gesunken. Auch für heute kann wieder ein Preisnachlass eingebucht werden und trotz der längeren Lieferzeiten kann der Heizölkauf heute durchaus lohnenswert sein.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1347 US-Dollar, am Freitagmorgen waren es noch 1,1418 US-Dollar, der Schlusspreis lag bei 1,1347 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Freitagnachmittag bei 1,1352 US-Dollar festgesetzt.

Der geregelte Austritt Großbritanniens ist am Wochenende auf den Weg gebracht worden. Alle nach dem Brexit verbleibenden 27 EU-Staaten haben einem Austrittsvertrag zugestimmt, jetzt muss dieser allerdings noch durch das britische Unterhaus ratifiziert werden, was sich als sehr schwierig gestalten sollte. Dennoch: An den Devisenmärkten wird die Einigung der 27 schon als Erfolg wahrgenommen und die Gemeinschaftswährung daher gestützt.

Für heute sollte die Aufmerksamkeit auf dem ifo-Geschäftsklimaindex liegen, welcher als deutsches Konjunkturbarometer stets besonders Interesse erfährt. Beobachter gehen indes davon aus, dass mit dem dritten Rückgang in Folge zu rechnen sei.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 76,59 Cent pro Liter Heizöl. Übers Wochenende waren es noch 77,48 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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