Heizölpreise nach Sinkflug stabil

27. November 2018, Peter Dudda

Heizölpreise am Dienstag stabil 27.11.18

In den letzten Wochen haben die Heizölpreise kräftig nachgegeben und wieder die Niveaus von Mitte September erreicht. Vor allem der Preisrutsch an den Ölmärkten zeichnet dafür verantwortlich. Nun konsolidieren die Ölpreise, Heizöl ist heute dennoch etwas günstiger zu bekommen.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Atempause bei den Ölpreisen
  • Saudi Arabiens Ölförderung auf Rekordhoch
  • Märkte in Wartestellung für OPEC-Meeting Anfang Dezember
  • Heizölpreise: Normalisierung des Preisniveaus scheint nachhaltig
  • Brent bei 60,16 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 579,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1328 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 76,55 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 Saudi Arabien kürzt Exporte
 OPEC kündigt Exportkürzungen an und bringt Förderkürzungen ins Spiel
 Venezuela fördert alarmierend weniger Öl

  IEA-Spitze warnt vor Produktionskürzungen
 USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
 Russland weitet Förderreserven aus und hat kein Interesse an neuen Kürzungen
 Sanktionen gegen Iran

 Saudi Arabien Rohölförderung auf Rekordhoch
EIA: Januarnachfrage deutlich niedriger
 US-Rohölbestände laut DOE gestiegen
 OPEC, EIA & IEA erwarten sinkende Nachfrage- und zugleich steigende Produktionsentwicklung
 Sondergenehmigungen von USA für iranisches Öl
 USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit
 Libyen und Irak mit stark ausbaufähiger Ölförderung
 Irak will Ölexporte aus Kirkuk wieder aufnehmen

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Dienstagmorgen bei 60,16 US-Dollar. Zum Wochenstart waren es noch 59,66 US-Dollar. Der Schlusspreis wurde am Montag bei 60,48 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis mit einem morgendlichen Kursstand von 579,50 US-Dollar im Tagesvergleich nahezu unverändert da. Der Schlusspreise wurde am Montagabend noch bei 585,75 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 27.11.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Die Ölpreise haben in den letzten Wochen ungewöhnlich deutlich nachgegeben. Notierte die europäische Referenz-Rohölsorte Brent Anfang Oktober noch bei 86,29 US-Dollar, waren es zum Wochenanfang mit 58,80 US-Dollar über 27 US-Dollar weniger. Zum Herbstanfang unterlagen die Märkte noch einer klar preissteigernden Dynamik. Für Brent wurden bis zum Jahresende teils Preise von 100 US-Dollar prognostiziert, fast undenkbar bei den aktuellen Preisniveaus. Der Hauptgrund für die steigenden Preise war eine drohende Unterversorgung, welche sich nun in eine teils schon real existierende Überversorgung gewandelt hat.

Was bedeutet das nun in der Rückschau? Haben die Marktteilnehmer zu panisch auf die US-Sanktionen gegen den Iran reagiert? Zumindest gelten diese als Auslöser für die Berg- und Talfahrt an den internationalen Öl-Börsen. Einfach lässt sich das nicht beantworten. Das Gebaren der USA gegen die iranischen Ölexporte hatte einen vollständigen Exportstopp zum Ziel. Für Produzenten wie auch für die Abnehmer stand es lange in den Sternen wie stark sich die US-Sanktionen gegen den Iran tatsächlich auf das Ölangebot auswirken werden. Innerhalb dieser ohnehin preissteigernden Stimmung, sorgten alle weiteren Meldungen im Zusammenhang mit einer Begrenzung des Ölangebotes wie Sprengstoff. Vor allem die immer weiter abnehmende und zugleich ziemlich undurchsichtige Ölproduktion Venezuelas wurde und wird bis heute als wesentlicher Unsicherheitsfaktor wahrgenommen.

Um der drohenden Unterversorgung zu begegnen und um zu hohe Ölpreise, welche eine Gefahr für die Nachfrage darstellen, zu verhindern, wurden seit Mitte Oktober Maßnahmen ergriffen. Im Wesentlichen: Das Aufdrehen der Förderhähne. Saudi Arabien und Russland aktivierten ihre Reservekapazitäten und genau das hat sich zum Teil als zu voreilig herausgestellt. Denn die USA erlaubten 8 Abnehmern iranischen Öls die Einfuhr selbiges, in der Folge fielen die iranischen Ölexporte nicht so stark wie erwartet. Zusätzlich belastete die Aussicht auf eine sinkende Nachfrage in Folge einer sich abzeichnenden Abkühlung der globalen Weltwirtschaft die Kurse.

In der Folge befinden sich die Ölmärkte nun in der komplett gegenteiligen Konstellation als noch vor zwei Monaten: Es herrscht ein Überangebot welches weiter zunehmen könnte, gleichzeitig sinkt die Nachfrage immer weiter und die Ölpreise könnten damit zum Nachteil der Produzenten zu stark nachgeben. In dieser Situation scheint es nicht unlogisch zu dem wohl einzigen probaten Mittel greifen zu wollen. So kündigten die Saudis schon vor zwei Wochen an die Rohölförderung ab Januar wieder drosseln zu wollen – natürlich nicht allein, sondern im Rahmen eines neuen OPEC-Deals.

Die Verhandlungen dazu finden am 06. Dezember statt. An diesem Tag hat die OPEC das Zepter des Handelns in der Hand. Sollten die Produktionskürzungen zu gering ausfallen oder sollte es überhaupt nicht zu einer Einigung kommen, könnten die Ölpreise abermals nachgeben. Ohnehin bedürfte es für einen Ausgleich der sinkenden Nachfrage eine Produktionskürzung von täglich 3 Millionen Barrel. Aktuell wird mit Zahlen zwischen 1- 1,5 Millionen Barrel jongliert. Sollte es „nur“ zu Kürzungen in dieser Höhe kommen, könnte das an den Märkten einfach verpuffen, die Enttäuschung über die zu geringen Kürzungen entsprechend eher einen gegenteiligen Effekt hervorrufen.

Alles in allem ist damit wohl mit einem volatilen Jahresendspurt an den Ölmärkten zu rechnen. Heizölverbraucher könnte das in die komfortable Situation weiter sinkender Ölpreise bringen. Dennoch ist auch Vorsicht geboten. Denn trotz stark preissenkender Stimmung konnten die Kurse an den Ölmärkten gestern vorerst wieder etwas zulegen. Vor allem die Aktienmärkte sorgten für Rückendwind.

 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1318 US-Dollar, am Montagmorgen waren es noch 1,1347 US-Dollar, der Schlusspreis lag bei 1,1333 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde zuletzt am Montagnachmittag bei 1,1363 US-Dollar festgesetzt.

Der Euro konnte gestern zuerst etwas zulegen. Rückenwind gab es ausgerechnet aus dem Konflikt der italienischen Regierung und der EU-Haushaltskommission. So zeigte sich die Regierungsspitze bereit, mit der EU über die geplante Neuverschuldung im nächsten Jahr verhandeln zu wollen. Auch die Einigung der 27 EU-Staaten zu einem gemeinsamen Brexit-Vertrag stützte den Euro.

Belastend wirkte hingegen die Meldung, dass US-Präsident Trump weiterhin an der geplanten Verschärfung der Strafzölle gegen China festhalten will. Das könnte das globale Wachstum weiter ausbremsen und die zuletzt ins Stocken geratene Strafzollspirale wieder in Gang setzen.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Saudi Arabien: Ölförderung mit Rekordwerten


Saudi Arabiens fördert über 11 Mio. Barrel Öl pro Tag

Saudi Arabien gilt nach den USA und Russland als der drittgrößte Ölproduzent der Welt. Sollte die aktuelle saudische Produktion nun bei bereits 11 Millionen Barrel pro Tag liegen, wäre das ein noch nicht dagewesener Rekordwert für die Ölnation. Wie aktuelle Zahlen belegen, ist nicht nur die Förderung auf einem Rekordniveau. Auch die Ausfuhren lagen mit knapp 9,2 Millionen Barrel pro Tag in der Vorwoche auf einem sehr hohen Wert. Zuletzt lagen die Exporte noch bei 7,92 Millionen Barrel. Die Ankündigung der Saudis die eigenen Exporte angesichts der drohenden Überversorgung um eine halbe Million Barrel zurückfahren zu wollen, bekommt bei diesen Werten sicher einen anderen Stellenwert.  
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 76,55 Cent pro Liter Heizöl und damit fast genauso viel wie noch gestern (76,59 Cent pro Liter Heizöl). Übers Wochenende waren es noch 77,48 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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