Heizölpreise Trend und Prognose KW 49

7. Dezember 2015

Heizoelpreis gefallen KW4915

In der vergangenen Woche fielen die Heizölpreise auf den tiefsten Stand seit über sechs Jahren. Der Liter Heizöl kostet zum Ende der Woche weniger als 50 Cent. Ausschlaggebend dafür ist der Preisverfall am Ölmarkt, aber auch der Euro verzeichnete kräftige Gewinne.

Heizölpreise Trend

Der Trend der Heizölpreise richtet sich klar abwärts. Ausschlaggebend dafür ist insbesondere die Ölpreisentwicklung. Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche fast durchweg gesunken. Insbesondere die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil konnte im Wochenverlauf unter die psychologisch wichtige 400 Dollar-Marke sinken.

Hauptsächlicher Faktor für den weiteren Rückgang der Notierungen waren die amerikanischen Ölbestände. Raffineriebetreiber haben aus steuerlicher Sicht einen Anreiz ihre Rohöl-Vorräte zum Jahreswechsel zu reduzieren, da hohe Bestände das Jahresergebnis und damit die Steuerlast erhöhen. Die Raffinerieauslastung steigt, was in der Regel zu sinkenden Ölbeständen führt.

Das ist in der vergangenen Woche jedoch nicht erfolgt. Die offiziellen Ölbestandsdaten des DOE (Department of Energy, Energieministerium der Vereinigten Staaten) zeigten Aufbauten in allen Bereichen. Neben Rohöl sind vor allem die Bestände an Destillaten (Heizöl, Diesel) für diese Jahreszeit untypisch gestiegen. Das erklärt auch den deutlichen Rückgang der ICE Gasoil Notierung.

Die Bestandsaufbauten zeigen, dass weiterhin mehr Öl gefördert und verarbeitet als verbraucht wird. Zumindest die OPEC wird dem auch nicht entgegen steuern. Bei dem OPEC Meeting am Freitag wurde keine Reduzierung der Förderquote beschlossen.

Saudi-Arabien wäre wohl nur zu einer Kürzung bereit gewesen, wenn alle anderen Produzenten auch ihre Förderung reduzieren. OPEC Mitglieder wie der Iran sind dazu aber nicht bereit. Der Iran möchte seine Förderung nach Aufhebung der Sanktionen in jedem Falle wieder steigern. Auch Nicht-OPEC Produzenten wie Russland sprachen sich in jüngster Vergangenheit gegen eine künstliche Reduzierung der eigenen Fördermenge aus.

Aber auch der Eurokurs ist zum Ende der Woche um rund vier Cent gestiegen, nachdem die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weniger stark gelockert hatte, als zuvor erwartet. Die Kombination aus sinkenden Ölpreisen und festerem Eurokurs, ließ den durchschnittlichen Heizölpreis zum Ende der Woche unter 50 Cent pro Liter rutschen.

Heizölpreise Prognose

Im Moment spricht wenig dafür, dass die Ölpreise und damit auch der Heizölpreis nicht weiter sinken können. Zu Beginn des kommenden Jahres werden die Sanktionen gegen den Iran vermutlich aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt ist mit einer deutlichen Produktions- und vor allem Exportsteigerung zu rechnen. Hinzu kommt, dass auch der Irak seine Produktion und Exporte deutlich steigern möchte.

Diese zusätzlichen Exportmengen können dafür sorgen, dass die Überversorgung und damit der Druck auf die Ölpreise auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Der Wettbewerb um Marktanteile wird sich mit der Aufhebung der Sanktionen vermutlich sogar noch einmal verstärken.

Saudi-Arabien hatte zuletzt die Ölpreise für Januar Lieferungen nach Europa und Asien drastisch reduziert. Das Land macht mit dieser Preispolitik klar, dass es seine Marktanteile auch nach der Rückkehr der iranischen Exporte verteidigen möchte. In Europa und Asien hatte der Iran vor den Sanktionen die meisten Abnehmer für seine Ölexporte.

In der kommenden Woche werden die amerikanische Ölförderung und die wöchentlichen Ölbestände wieder in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. Die Vorräte liegen auf extrem hohem Niveau und mit dem bisher milden Winter dürfte die Nachfrage wenig zu einer Reduzierung beitragen.

Fraglich ist, wie die amerikanische Ölindustrie auf die fallenden Ölpreise reagieren wird. Die Zunahme der amerikanischen Ölförderung durch Fördermethoden wie Fracking gilt als Auslöser für den Sinkflug der Ölpreise. Daher betrachtet man jetzt einen signifikanten Rückgang der US Ölförderung als Voraussetzung für wieder steigende Ölpreise.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich auch innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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