Heizölpreise zum Wochenstart stabil

29. Oktober 2018, Peter Dudda

Heizölpreise zum Wochenstart stabil 29.10.18

Die Ankündigung der Saudis die eigene Ölförderung wieder drosseln zu wollen und der Importstopp Chinas für iranisches Öl ließen die Ölpreise zum Wochenende wieder anziehen. Die Heizölpreise zudem werden weiter von niedrigen Flusspegelständen in Deutschland belastet.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Chinesische Regierung: Kein Import von iranischen Öl
  • US-Ölbohranlagen auf Rekordniveau
  • Inländische Heizölpreise weiter auf hohem Niveau
  • Brent bei 77,47 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 715,50 US-Dollar
  • Euro bei 1,1394 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 91,75 Euro / 100L
     

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

 China: Importstopp für iranisches Öl
Saudi Arabien erwägt Produktionskürzungen
 Spekulation um Brent-Preis bei 100 US-Dollar bis Ende des Jahres
 Kein Freigabe strategischer US-Ölreserven
 Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
 Iranische Ölexporte wegen US-Sanktionen rückläufig

 Russland weitet Förderreserven aus
 USA: Rentabilität von Schieferölproduktion steigt
 Russland will wohl Tauschgeschäft mit Iran umsetzen

 Libyen mit ausbaufähiger Ölförderung
 US-Bestände nach DOE mit deutlichen Aufbauten bei Rohöl
 Saudi-Arabien aktiviert Förderreserven
 Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
 OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte zum Wochenstart mit 77,47 deutlich stärker als noch am Freitagmorgen (76,31 US-Dollar). Der Schlusspreis von Freitag wurde bei 77,62 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, steht mit 715,50 US-Dollar ebenfalls robuster da. Am Freitagmorgen lag der Kurs noch bei 703,00 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 713,50 US-Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 29.10.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

In der letzten Woche haben die Kurse anfänglich deutlich nachgegeben. Die bereits über den September eingepreisten Risiken bezüglich einer Unterversorgung, wurden damit nahezu vollständig wettgemacht. Zwar sind die Preise zum Wochenende wieder angezogen, doch die Niveaus von Oktoberanfang (Brent bei 86 US-Dollar) sind in weiter Ferne. Als treibender Faktor für die Preissenkungen gilt die übereinstimmende Einschätzung, dass sich die globale Nachfrage nach Öl und Ölprodukten in den nächsten Monaten abschwächen wird. Verantwortlich zeichnen die Währungskrisen in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern Süd-Amerikas und Afrikas sowie die von der US-Administration im laufenden Jahr initiierten Handelskonflikte gegen die EU und China.

Die aktuellen Preissteigerungen haben mehrere Gründe. Zum einen rückt mit dem 04. November der Stichtag für das Inkrafttreten der nächsten US-Sanktionswelle gegen den Iran immer näher, zum anderen hat der größte Abnehmer iranischen Öls – China – einen Importstopp für eben jenes Öl verhängt. Im Oktober importierte das Reich der Mitte noch knapp 0,7 Millionen Barrel Öl pro Tag aus dem Iran. Diese Mengen muss sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nun wohl bei anderen Anbietern einkaufen.

Ein weiterer Grund für die Volatilität der aktuellen Preise ist das Gebaren Saudi Arabiens. Zum Anfang der letzten Woche verkündete der OPEC-Wortführer noch ein Produktionsniveau auf Rekordhöhe, zum Ende der Woche brachten staatliche Vertreter Produktionssenkungen ins Spiel. Dies gelte zumindest unter der Prämisse, wenn die Rohölbestände in den USA und weiterer OECD-Staaten weiter zunehmen sollten.

Für inländische Heizölverbraucher ist die Entwicklung an den internationalen Ölmärkten zur Zeit ohnehin nicht ausschlaggebend für die Bildung des Heizölpreises. Die niedrigen Pegelstände, vor allem am Rhein, sorgen für extrem hohe Frachtkosten. So können die Transportschiffe nur mit einem Bruchteil ihrer Ladung fahren, entsprechend müssen die Transportkosten auf eine kleinere Menge umgelegt werden. Vor allem in Süd-Deutschland ist die Versorgungslage damit etwas angespannt und es kann zu längeren Lieferzeiten für Ihre Heizöllieferung kommen. Etwas Entlastung bringen die derzeitig über Deutschland hinwegfegenden Niederschläge, um die Situation vollends zu entspannen werden allerdings wohl noch einige Wochen vergehen.


 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1394 US-Dollar, Freitagmorgen waren es noch  noch 1,1375  US-Dollar. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzpreis zuletzt am Freitag bei einem Wert von 1,1345 US-Dollar fest.

Der Euro sackte vor dem Wochenende kurzweilig auf den tiefsten Stand seit Mitte August ab. Auch nach dem Wochenende sieht es eher ernüchternd aus, denn so richtig kommt der Kurs bis weilen nicht vom Fleck. Die größte Gefahr für den Euro kommt zurzeit aus Italien. Nach den ausdauernden Haushaltsstreitigkeiten mit der EU, haben nun auch die großen Ratingagenturen ihre Schlüsse aus der aktuellen italienischen Haushaltspolitik gezogen und stuften die für die Stabilität des Euros so wichtige Volkswirtschaft ab.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • China stoppt (vorerst) Import von iranischen Öl
  • Baker Hughes: Anzahl  US-Ölbohranlagen stabil
     

China gilt als der wichtigste Importeur iranischen Öls. Nun sollen die Importe vollständig eingestellt werden. Das ist nicht ganz neu, doch neu ist die Meldung, dass die Einstellung der Importe aufgrund einer Direktive der chinesischen Regierung erfolgt. Die chinesische Regierung könnte damit ihren guten Willen verdeutlichen wollen, wenn es um die Verhandlung einer Ausnahmeregelung mit der US-Regierung geht. Für den Iran ist der Importstopp bitter, denn nun bleibt der Iran nun auf 0,7 Millionen Barrel Öl pro Tag sitzen. Das ist zumindest die chinesische Importleistung iranischen Öls im laufenden Monat. Die Gesamtsumme der iranischen Exportverluste dürfte noch um einiges höher sein, denn im Prinzip darf kein Land der Welt, welches im Handelskontakt zu den USA steht, mehr iranisches Öl einkaufen. Andernfalls wird es ebenfalls mit Sanktionen durch die US-Regierung zu rechnen haben.

In den USA war die Ölförderung in den letzten Wochen zuletzt leicht stagnierend. Die Anzahl aktiver Ölbohranlagen hat hingegen zum dritten mal in Folge angezogen. Mittlerweile sind es 875 aktive Bohranlagen, die Tag für Tag neue Ölquellen erschließen. Das ist der höchste Stand seit Anfang 2015. Mit Blick auf die Preisniveaus der letzten Monate ist die Entwicklung natürlich alles andere als verwunderlich. Steigen die Ölpreise, steigt die Rentabilität auch komplizierterer Ölfördermethoden. In den USA wird Öl vor allem mittels des sogenannten „Frackings“ gefördert. Dabei wird Öl unter der Hinzunahme verschiedener chemischer Verbindungen und Druck aus tiefliegenden Gesteinsschichten herausgepresst. Das die Anzahl der Bohranlagen nun abermals zugelegt hat, ist ein Indikator für eine weiter steigende Ölproduktion der USA. Im Schnitt dauert es vom Anbohren einer Ölquelle bis zur eigentlichen Förderung etwa 6 bis 9 Monate, so dass die indikatorische Wirkung eher mittel- bis langfristig zu betrachten ist.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 92,04 Cent pro Liter Heizöl. Übers Wochenende waren es noch 92,21 Cent.

Die niedrigen Pegelstände des Rheins halten weiter an. In der Folge können die Transportschiffe weiter nur mit einem Bruchteil ihrer Kapazität beladen werden und damit steigen die Frachtkosten kräftig an. Das betrifft auch die Öltransporte, vor allem auf dem Rhein. So ist es vor allem Süddeutschland, was unter der angespannten Versorgungssituation leidet.

Auch wenn die Ölpreise am Weltmarkt im Monatsvergleich deutlich gefallen sind, können die Preisabschläge nicht in sinkende Heizölpreise übertragen werden. Zusätzlich sorgt die saisonal bedingte hohe Nachfrage für längere Wartezeiten. Heizölverbraucher müssen sich daher - je nach Region - auf längere Lieferzeiten, teilweise von mindestens 40 Werktagen für ihre Öllieferung einstellen. Entlastung kann nur vom Himmel in Form von viel, besser gesagt von sehr viel Regen kommen. Zum Wochenende werden bereits steigende Pegelstände erwartet, für eine kurzfristige Entschärfung werden diese aller Voraussicht nach nicht ausreichen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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