Heizölpreis zum Wochenende: Ölpreise treten auf der Stelle, Heizöl günstiger

22. Februar 2019, Peter Dudda

Heizoelpreis stabil zum Wochenende 22.02.19

Der DOE-Bericht zu den US-Ölbeständen lieferte seine Sensation außerhalb der Lagerbestände: Die USA haben eine neue Rekordmarke bei der Förderung geknackt. Dies begrenzte weitere Preisanstiege und sorgt mit dem stabilen Eurokurs heute für günstigeres Heizöl.

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Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • DOE-Bericht vermeldet neue US-Rekordförderung
  • Venezuela wird sein Öl nicht los
  • Brent bei 67,17 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 622,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1345 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 71,11 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Hoffnung auf Lösung des Handelsstreits zwischen USA und China
OPEC-Förderkürzung übererfüllt
Abschaltung Safaniyah-Ölfeld im arabischen Golf
Revolution in Venezuela und Verschärfung der US-Sanktionen
Mögliche Anschläge auf Öl-Industrie Nigerias und Venezuelas
Saudi-Arabien plant weitere Kürzungen
IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt 2019
Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April

Saudi-Arabien und Kuwait wollen Ölförderung in neutraler Zone wieder aufnehmen
OPEC-, EIA- und IEA-Monatsbericht
US-NOPEC-Gesetzgebung in Vorbereitung
China will heimische Ölwirtschaft ausbauen
Russland und OPEC wollen Allianz stärken

Brasilien weitet Ölproduktion aus
Kanada weitet Ölproduktion nach Kürzungen wieder aus
OPEC+ Kürzungen bisher nicht vollständig umgesetzt
Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 67,17 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstag betrug noch 67,15 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 67,07 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 622,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Donnerstag lag bei 619,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 621,00 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 22.02.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Immer noch folgt der Markt der Ansicht, dass die Versorgungslage mit Öl 2019 knapper ausfallen könnte, während die Konjunkturlage wieder heller wird. So startete auch der gestrige Handelstag mit weiterhin sehr hohen Preisniveaus, die sich aufgrund fehlender Impulse wenig veränderten.

Wie sehr sich der Markt in seiner aktuellen Stimmung eingerichtet hat, zeigte sich besonders deutlich bei Veröffentlichung des DOE-Berichts zu den US-Ölbeständen am Nachmittag. Während die Angaben zu den Lagerbeständen zumindest in den Vorzeichen den API-Zahlen folgten und ein gemischtes Bild zeichneten, das bereits bekannt war, hätte der Wert zur US-Förderungsaktivität eigentlich für klare Kursbewegungen sorgen sollen.

Denn diese bewegt sich nun erstmals über der 12 Mio. B/T-Marke und damit auf einem absoluten Rekordniveau. Dieser Fakt, der für eine komfortable Versorgungslage in den Prognosen sprechen sollte, begrenzte jedoch nur weitere Aufwärtsbewegungen, sorgte aber nicht für Abwärtsimpulse.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Venezuela sein Öl offenbar nicht mehr los wird. Die Tanks sind laut Satellitenbildern so voll wie seit Jahren nicht mehr. Was erst einmal gut klingt, ist eine direkte Auswirkung der US-Sanktionen und könnte mittelfristig dafür sorgen, dass die venezolanische Ölindustrie noch schneller an Schwung verliert als bisher angenommen.

Zum dritten Mal in Folge hatte der Eurokurs kaum eine eindeutige Tendenz. Fehlende Impulse beiderseits des Atlantiks sorgten für die Stabilität. Davon profitieren letztendlich auch Heizölkäufer, die mit der zusätzlichen Stabilität an den Ölbörsen ein gefälliges Preisniveau beim Heizölkauf abrufen können.

Die Starre dürfte jedoch bald vorbei sein. Insbesondere die Reaktion auf die US-Ölförderung sollte außerdem ein Warnsignal sein, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere Preissteigerungen hoch ist. Mit dem heutigen Heizölkauf machen Sie sich von allen weiteren Überraschungen unabhängig.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1345 US-Dollar, am Donnerstag waren es 1,1335 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Donnerstag wurde noch bei 1,1354 US-Dollar festgesetzt.

Händler auf den Devisenmärkten fehlt es momentan an belegten Fakten, um sich für eine Währungsstrategie zu entscheiden. Neue Konjunkturdaten aus den USA und Europa könnten heute Nachmittag diese Fakten schaffen.

Insbesondere der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland erhält dabei eine breite Aufmerksamkeit. Denn die deutsche Automobilindustrie macht sich Sorgen um Zölle und diese Sorgen könnten auf andere Branchen übergreifen. Auch in den USA zeigen die Bewegungen an der Wall Street, dass die rosigen Zeiten vorerst vorbei scheinen. Damit denkt der Devisenmarkt momentan anders als der Rohstoffmarkt. Der Devisenmarkt ist in dieser Hinsicht aber aktueller und macht sehr deutlich, wie es um die Weltwirtschaft in den kommenden Tagen und Wochen bestellt ist.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • DOE-Bericht: Rekord bei Förderung und Exporten
  • Venezuela findet keine Ölkäufer mehr
     

DOE: USA bauen Vormachtstellung als Ölproduzent aus

Im direkten Zahlenvergleich deckten sich in dieser Woche die Angaben von API und DOE ungewohnt deutlich. Doch der Markt ließ sich davon genauso wenig beeindrucken wie von den Rekordangaben zur Förderung und dem Export.


Die DOE-Daten im Überblick

DOE-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-08-220219 // Alle Angaben ohne Gewähr

Wenn sowohl die Im- als auch die Exporte steigen und die Ölförderung den Sprung über die nie dagewesene 12 Mio. B/T-Marke schafft – was heißt das für die Konjunktur? Erst einmal nichts. Selbst eine stabile Nachfrageentwicklung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei den Wochenberichten des DOE um Momentaufnahmen handelt.

Wichtig ist, dass diese Werte, gerade bei der Förderung, langfristig wieder für Bestandsaufbauten sorgen könnten, sollte die Nachfrage abflauen. Die aktuell hohe Förderung kann außerdem als Signal interpretiert werden, dass die Wartungssaison der Raffinerien langsam vorbei ist und demnächst wieder mehr Öl verarbeitet wird.

Noch balancieren sich die Annahmen aus der Statistik also aus. Der Markt wird aber sicher sehr genau beobachten, welche Auswirkungen die Förderung in den kommenden Wochen und Monaten haben wird. Denn ein Rekord ist erst einmal schön und gut, doch das Öl muss auch irgendwo hin. Welche Probleme aus dieser Gleichung erwachsen können, zeigt sich aktuell in Venezuela.
 

Venezuelas Öltanks so voll wie seit fünf Jahren nicht

Gut gefüllt Öltanks scheinen zunächst einmal wie ein Segen. Doch die Bestände, die über Satellitenfotos ermittelt wurden, zeigen vielmehr, dass die Sanktionen der USA Wirkung zeigen. Venezuela findet keine Abnehmer mehr, doch die Produktion läuft aktuell noch weiter.

Internationale Käufer halten sich aufgrund der schwierigen finanziellen Abwicklung über amerikanisch sanktionierte Konten momentan zurück und kaufen ihr Öl lieber anderswo. Da man eine Quelle nicht einfach zwischendurch abstellen kann, muss das Öl weiter gefördert und irgendwo gelagert werden. Lagerplätze sind jedoch sehr endlich und können in kürzester Zeit ihre Kapazität ausschöpfen.

Das weltweite Ölgeschäft lebt in hohem Maße nach einem Just-in-time-Prinzip. Öl vom Spotmarkt wird möglichst gefördert, sofort verladen und direkt weiter an den Abnehmer verschifft, wo e direkt verbraucht wird.

Die Abnehmerseite fehlt für Venezuela momentan, sodass sich ein Rückstau bildet, der letztendlich dafür sorgen könnte, dass die Ölförderanlagen abgeschaltet werden müssen. Um sie dann wieder in Gang zu kriegen, sind mehrere Schritte in einem längeren Zeitraum nötig, für die es außerdem im Land gerade an Personal, Arbeitswillen und politischer Stabilität mangelt.

Damit steigt auch die Gefahr, dass die Ölindustrie langfristig und tiefer geschädigt werden könnte als bisher angenommen. Ging man vor den Sanktionen noch von einem täglichen Ausstoß um die 1 Mio. B/T aus, wird jetzt bereits mit einem Wert um die 0,8 Mio. Barrel pro Tag gerechnet. Für 2020 sind bereits rund 0,7 Mio. Barrel im Gespräch.

All diese Tatsachen zeigen erst einmal, dass die US-Sanktionen gegen das Regime Maduro Wirkung zeigen und die wichtigste Einnahmequelle für die herrschende Klasse langsam versiegt. Es stellt sich die Frage, ob Unterstützer wie Russland oder Abnehmer wie Indien darauf reagieren und dem Land zur Seite stehen. Vielmehr stellt sich noch die Frage, ob die Abdankung Maduros und Neuwahlen nun noch schneller kommen werden.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 71,11 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es 71,19 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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