Heizölpreise: Ölpreise ziehen an – Heizöl wird teurer

4. Februar 2019, Nicola Bergau

Heizölpreise steigen zum Wochenbeginn 04.02.19

Viele Meldungen wie konkretere Sanktionen gegen Venezuela oder eine gestiegene Ölförderung in Irak bestimmen die Ölpreise zum Wochenstart. Die „amerikanische Dominanz“ der News schickte die amerikanische Sorte WTI auf neue Jahreshochs, die anderen Notierungen zogen mit. Heizöl ist heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Venezuela-Sanktionen: Importverbot in die USA ab 28. April
  • Baker Hughes: Aktive US-Ölplattformen nehmen deutlich ab
  • Iraks Ölförderung laut Schätzungen deutlich gestiegen
  • China will die eigene Öl-Exploration ausbauen
  • USA und Russland steigen aus INF-Abrüstungsvertrag aus
  • Überraschend positive Daten vom US-Arbeitsmarkt
  • Brent bei 60,87 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 563,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1443 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 68,76 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

Revolution in Venezuela und Sanktionen
Saudi-Arabien will noch mehr kürzen als im Dezember beschlossen
IEA sieht Möglichkeit für ausbalancierten Markt in 2019
Russland verspricht volle Umsetzung der OPEC+ Kürzungen bis April
China plant erneut Investitionen in die heimische Wirtschaft
Kanadische Produktionskürzungen auch im Februar

Keine Fortschritte bei Handelsgesprächen zwischen USA und China
China will heimische Ölwirtschaft ausbauen

OPEC+Kürzungen bisher nicht vollständig umgesetzt
EIA: US-Ölproduktion nach oben korrigiert
Chinesische Wirtschaft verliert immer weiter an Kraft
Möglicherweise doch Ausnahmen von US-Sanktionen gegen Iran
OPEC-Prognose: Öl-Förderung von Nicht-OPEC-Förderern steigt
USA fördern auf Rekordniveau und nähern sich Energieunabhängigkeit

 

 

 

 Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 62,85 US-Dollar. Der Vergleichswert von Freitag betrug noch 60,85 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 62,75 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 582,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Freitag lag bei 572,00 US-Dollar, der Schlusspreis bei 578,25 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 04.02.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Vor dem Wochenende bekam es der Markt mit vielen Meldungen zu tun, die allesamt zwar wichtige Impulse lieferten, im Endeffekt jedoch eher für unentschiedene Haltungen sorgten. Die USA haben die Sanktionen gegen Venezuela konkretisiert und wollen ab dem 28. April nun die Importe venezolanischen Öls in die USA verbieten. Das wird vom Markt zwar registriert, verschärft aber die zu erwartenden Exportquoten Venezuelas laut Einschätzungen nur unwesentlich.

Der Baker Hughes Report zur Anzahl aktiver US-Ölbohrplattformen vermeldete 15 Anlagen weniger und setzte somit einen Trend fort, der darauf hindeutet, dass auch die US-Ölwirtschaft an Schwung verliert. Doch auch hier ist der Bewertungshorizont noch zu ungenau, da die vom Report vermeldeten Anlagen noch nicht produktionsreif sind, sondern erst in sechs bis neun Monaten soweit wären.

Laut Ratingagenturen scheint sich die OPEC größtenteils an die vereinbarten Förderkürzungen zu halten. Gleichzeitig schert aber Irak deutlich aus dem Abkommen aus und hat seine Produktion im Januar wohl gesteigert. Mit einem Förderniveau von rund 4,7 Mio. B/T trägt das Land durchaus wesentlich zum Ausstoß des Ölkartells bei, die jetzt berechneten 180.000 B/T mehr sind demnach auch ein eher negatives Signal für die Wirksamkeit der Kürzungen.

Unterdessen versucht China mit einem dritten Investitionspaket in kurzer Zeit, die heimische Wirtschaft anzukurbeln und die Verluste aus der sinkenden Konjunktur auszugleichen. Dieses Mal geht es konkret um die Ölwirtschaft. Man will die Explorationstätigkeit heraufschrauben und sich so eigene Ölquellen erschließen.

Die politische Meldung, dass Russland und USA aus dem Atomraketenabkommen INF aussteigen wollen, hat bisher keinen Effekt auf den Markt, muss aber weiter beobachtet werden. Denn damit zementiert sich der Graben zwischen den Ländern, die beide um den Titel größter „Erdölproduzent der Welt“ wetteifern. Zudem ist die Angst vor einem möglichen Wettrüsten ebenso ein wichtiger Einflussfaktor für die weltweite konjunkturelle Stimmung.

Überraschend erfreuliche Daten vom US-Arbeitsmarkt haben zusätzlich den Euro unter Druck gesetzt, der jedoch nur kurz an Wert verlor und sich heute Morgen insgesamt stabil präsentiert.

Unterm Strich hat sich der Freitag als „pro-amerikanischer“ Handelstag herausgestellt, was erklärt, warum die US-Sorte WTI auf ein neues Jahreshoch stieg. Die Sorte Brent zog folgerichtig mit. Zum Tagesstart gab es wieder leichte Abwärtstendenzen aufgrund von Gewinnmitnahmen, insgesamt ist der Heizölpreis aber gestiegen.

Für einen baldigen Heizölkauf spricht, dass die Nachfrage aufgrund des Winterwetters in den nächsten Wochen deutlich anziehen könnte und auch die Raffinerien wieder mehr Öl zur Verarbeitung abrufen werden. Es lohnt sich also, sich möglichst schnell das aktuelle Preisniveau zu sichern und sich von allen weiteren Entwicklungen unabhängig zu machen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1443 US-Dollar, am Freitag waren es 1,1447 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Freitag wurde noch bei 1,1471 US-Dollar festgesetzt.

Die überraschend erfreulichen US-Arbeitsmarktdaten für Januar hatten nicht nur den Devisenmarkt beschäftigt. Allgemein wurden die enorm gestiegenen Einstellungswerte als ein kleines Zeichen dafür gedeutet, dass es um die Konjunktur vielleicht doch nicht so schlecht bestellt ist. Darum hatten die Daten auch Einfluss auf den Wert der US-Ölsorte WTI und damit auf den Rohstoffmarkt.

Ausgleichend wirken zwar immer noch die Erwartungen zur vorsichtigeren Zinspolitik der US-Notenbank Fed, was die recht stabile Tendenz des Euro erklärt. Doch insgesamt geht man momentan davon aus, dass die USA vielleicht weitere erfreuliche News zur Konjunktur liefern und somit Impulse für die aktuellen Annahmen zur Nachfrageentwicklung 2019 setzen.

 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • Importverbot auf venezolanisches Öl ab April
  • Irak hält sich nicht an Kürzungsvereinbarungen
  • China will eine funktionierende Ölwirtschaft aufbauen
     

USA gehen den nächsten Schritt bei Sanktionen gegen Venezuela

Die USA wollen ab dem 28. April alle Ölimporte, die über das gesperrte Konto der in Amerika operierenden Tochterunternehmen des venezolanischen staatlichen Ölkonzerns laufen, verbieten.

Dieser Schritt hat zwar einen großen politischen Einfluss, da er die harte Haltung Washingtons gegenüber dem autokratisch-sozialistischen Staatsführer Maduro unterstreicht. Wirtschaftlich soll er aber kaum Auswirkungen haben – zumindest sieht dies der Markt so.

De facto war die Sperrung des Kontos der eigentliche Schritt, um den Machthabern in Venezuela den Zugriff auf eine wichtige Einnahmequelle aus dem Ausland zu nehmen. Indem nun verboten wird, dass die Tochtergesellschaften des staatlichen venezolanischen Öl-Konsortiums ihr Öl für die Verarbeitung aus Venezuela beziehen, erhält die Sperrung einfach nur eine weitere politische Dimension. Denn die Abnehmer können ja auch ohne Importverbot die Ware nicht mehr kaufen, da der Lieferant aus Venezuela dafür kein Geld mehr erhält. Und selbst in einer Staatskrise gilt immer noch das Prinzip „Ware nur gegen Bezahlung“ – selbst, wenn man zu einer gemeinsamen Firmenstruktur gehört.

Es bleibt im Grunde also alles so, wie es ist: Die in den USA operierenden Unternehmen Venezuelas werden sich nach neuen Lieferanten umsehen müssen, der Exporteur braucht neue Abnehmer. Damit operieren die Analysten also immer noch mit den gleichen rund 1 Mio. B/T, auf die die Exportquote Venezuelas sinken soll.
 

Irak torpediert OPEC-Kürzungsvereinbarungen

Laut aktueller Schätzungen ist die Förderung der OPEC im Januar um rund 930.000 B/T gesunken. Den Löwenanteil (auch in Sachen Quotentreue) trägt dabei der größte Produzent Saudi-Arabien. Russland hat zwar die Quoten als wichtigstes Nicht-Mitglied noch nicht erfüllt, senkte aber ebenfalls den Ausstoß.

Doch ausgerechnet die Nummer zwei im Kartell hält sich wohl nicht an die Vereinbarungen. Irak hat laut Angaben sogar zugelegt und produziert momentan rund 180.000 B/T über dem vereinbarten Förderniveau.

Mit Interpretationen dazu hält sich der Markt bisher zurück, auch wenn natürlich deutlich wird, dass dieser Umstand eher ein negatives Licht auf die Wirksamkeit der Kürzungen wirft. Diese Situation kennen wir jedoch schon von den Anfängen der vorherigen Kürzungen.

Auch 2017 hatten sich viele Länder zunächst nach „Lust und Laune“ an die Quoten gehalten. Doch als die Kürzungseffekte vom Markt immer weiter bezweifelt wurden und gleichzeitig andere Impulse die Preise zu stützen begannen, lagen plötzlich alle Mitglieder ganz auf Linie. Denn jeder wollte dazu beitragen, dass die Preise noch weiter steigen und sich der Export lohnt. Ob dies im aktuellen Stimmungsfeld auch wieder so sein wird, müssen wir indes noch abwarten.
 

China startet drittes Investitionsvorhaben in die heimische Wirtschaft

Nach der Infrastruktur und der Privatwirtschaft will China nun in die heimische Ölindustrie investieren. So will man die Energiesicherheit garantieren und sich natürlich auch von den internationalen Entwicklungen unabhängiger machen.

China ist zwar größter Erdölverbraucher der Welt, hat aber selbst keine nennenswerte Produktion. Die Förderung lag bisher bei rund 4 Mio. B/T, wie aus dem OPEC-Bericht für 2018 hervorgeht. Die Nachfrage liege bei rund 12,7 Mio. B/T.

Diese Lücke möchte man nun schließen, indem man die Erkundung von Öl- und Gasförderstätten in fünf Provinzen ausweitet. Davon verspricht man sich Zugriff auf mehrere Billionen Kubikmeter Rohstoffreserven, die bisher ungenutzt im Boden liegen. Zuvor waren die Tätigkeiten hier eher untergeordneter Natur und wurden auch nicht mit der neuesten Technik ausgeführt. Das Investitionspaket soll das nötige Wissen und Equipment bereitstellen, um nach dem Vorbild USA nach Schieferöl und Gas zu suchen.
 

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 04.02.2019

  • Werkaufträge, USA

Dienstag, 05.02.2019

  • Markit PMI, Eurozone und USA
  • Einkaufsmanagerindex, Eurozone
  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 06.02.2019

  • Rede „State of the Union”, USA
  • Handelsbilanz, USA
  • EIA Rohöl-Lagerbestand, USA

Donnerstag, 07.02.2019

  • Industrieproduktion, Deutschland
  • Arbeitsmarktdaten, USA

Freitag, 08.02.2019

  • Handelsbilanz, Deutschland
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 68,76 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es 68,55 Cent, übers Wochenende noch 68,19 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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