Rückläufige US-Rohölbestände stützen den Heizölpreis

27. Juni 2018, Felix Schmidt

Gesunkene US-Bestaende. Heizölpreis steigt. 27.06.2018

Heute stehen sich preistreibende und preisdrückende Faktoren gegenüber. Rückläufige US-Rohölbestände und mögliche Sanktionen gegen iranische Ölexporte sorgen letztlich dafür, dass der Heizölpreis zulegt.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • API: US-Rohölbestände gehen stark zurück
  • Die USA erhöhen den Druck auf den Iran und dessen Handelspartner
  • Brent bei 76,54 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 653,25 US-Dollar
  • Eurokurs wieder schwächer bei 1,1650 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 69,24 Euro / 100L


Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung


 US-Rohölbestände stark rückläufig
US-Regierung erhöht den Sanktionsdruck gegen den Iran
 Produktionsunterbrechungen in Libyen halten an
 Drohende US-Sanktionen gegen Venezuela

 Nach Beschluss: OPEC-Staaten heben Ölproduktion an
 Saudi-Arabien plant Rekordhoch bei Rohölförderung
 Unruhe im Handelsstreit zwischen den USA, der EU und China
 US-Strafzölle auf europäischen Stahl und Aluminium 

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 76,54 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag betrug noch 74,74 US-Dollar, der Schlusspreis wurde gestern dann bei 76,31 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 653,25 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 643,50 US-Dollar, während der Schlusspreis gestern bei 643,75 US-Dollar stand.

 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 27.06.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Ein Blick auf die Grafik genügt, um heute die wesentlichen Entwicklungen zu erkennen. Der Heizölpreis setzt den Wochentrend fort und klettert weiter. Dabei hatte Saudi Arabien gestern noch erklärt, die Rohölproduktion beträchtlich hochzufahren. Man sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem „Rekordniveau“. Eigentlich handelt es sich dabei um ein Signal, das die Ölpreise drückt. Und tatsächlich konnte man, zumindest kurzfristig, Preisnachlässe verzeichnen.

Doch der Preisdruck hatte nicht lange Bestand. Ausschlaggebend hierfür war in erster Linie die Meldung aus den USA, dass der Iran mit Sanktionen belegt werden könnte, die sich unmittelbar auf die Ölexporte des Landes auswirken. Auch die Handelspartner des Irans könnten von den Sanktionen betroffen sein.

Hinzu kommt, dass die Raffinerien zu dieser Jahreszeit den Durchsatz erhöhen, weshalb mehr Rohöl verbraucht wird. Das spiegelt sich auch in den neuesten API-Daten wider, denn dort sinken die Rohölbestände entsprechend deutlich.

Somit legten die zunächst fallenden Kurse letztlich wieder einen Richtungswechsel hin und preisdrückende Tendenzen wurden von den preistreibenden Faktoren überkompensiert.
 

Entwicklung Eurokurs

Die Gemeinschaftswährung konnte den Schwung nicht bis zur Wochenmitte aufrecht halten und notiert heute bei 1,165 US-Dollar wieder unterhalb der gestern geknackten Marke von 1,17 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB lag am Dienstag noch bei 1,1672 US-Dollar. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Verunsicherung durch den Handelskonflikt sind amerikanische Staatsanleihen für viele Anleger nach wie vor eine der sichersten Optionen – selbst dann, wenn die USA von den Auswirkungen dieser Auseinandersetzungen selbst betroffen sind. So konnte der US-Dollar gegenüber dem Euro heute Kursgewinne verzeichnen.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • American Petroleum Institute: US-Rohölbestände sinken stärker als erwartet
  • Starke Sanktionierung der iranischen Ölexporte durch die USA


API: Rohölbestände sinken deutlich, Produkte im Plus

Der API-Bericht dieser Woche meldet stark rückläufige US-Rohölbestände. Zeitgleich ist bei den Destillaten und bei Benzin ein Plus zu verzeichnen. Vor allem die zu dieser Jahreszeit typisch hohe Raffinerieauslastung sorgt für die gesunkenen Bestände. Doch der Rückgang ist zu groß, als dass er nur durch diesen Faktor zu erklären wäre. Aktuelle Lieferprobleme aus Kanada sowie allgemein abnehmende Importe und steigende Exporte tragen zu diesem Effekt bei.
 

Die API-Daten im Überblick

 

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-26-270618 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Zwar zeigen sich bei den Produkten insgesamt moderate Aufbauten, die etwas höher ausfallen, als erwartet. Allerdings ist diese Entwicklung für Experten jedoch nicht überraschend. Der massive Abbau der Rohölbestände bleibt somit der dominante und preistreibende Faktor. Weitere Details zur Nachfrage und Raffinerieauslastung liefern die DOE-Daten, welche heute im Verlauf des Nachmittags veröffentlicht werden.
 

Die USA erhöhen den Druck auf den Iran und dessen Handelspartner

Gestern kam erneut ein deutliches Zeichen von Seiten der US-amerikanischen Regierung, was Rohölimporte aus dem Iran betrifft. Demnach sollen alle Importe bis November dieses Jahres gestoppt werden, da sonst nicht nur der Iran selbst sondern auch das jeweilige importierende Land mit US-Sanktionen belegt werde. Diese Maßnahmen würden den Kauf iranischen Öls unattraktiver machen. Experten halten das Vorhaben für kritisch. Auch für den Verbraucher ergeben sich hieraus zunächst preistreibende Tendenzen, da das Angebot am Markt verringert würde. Noch unklar ist, ob andere Staaten diese Mengen ausgleichen können – beispielsweise im Rahmen des OPEC-Beschlusses, bei dem über eine kontinuierliche und flexiblere Erhöhung der Fördermenge diskutiert wurde.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 69,24 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es noch 68,91 Cent.

Sinkende Rohölbestände, unerwartete Produktionsausfälle in Libyen und Kanada sowie der erhöhte Sanktionsdruck gegen den Iran und dessen Handelspartner tun zur Wochenmitte ihr Übriges und lassen den Heizölpreis weiter steigen. Zwar könnten andere Länder, darunter insbesondere Saudi Arabien, im Rahmen des OPEC-Beschlusses schon ab Juli mehr Rohöl an den Markt bringen. Doch wie schnell und wie umfangreich dieser Ausgleich Wirkung zeigt, ist derzeit noch nicht mit Sicherheit zu bestimmen. Nicht zuletzt bleibt auch die Lage in Venezuela angespannt.

Wenn Sie auf der sicheren Seite sein wollen, sollten sie sich deshalb möglichst zeitnah von der geopolitischen Situation unabhängig machen und das heutige Preisniveau für Ihren Heizölkauf nutzen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Felix Schmidt – Autor
            

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