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Der Heizölpreis im April: Auch ohne Impulse zeigt die Nadel nach oben

Die Heizölpreisentwicklung im April 2019

So mancher Handelstag blieb im April ohne richtungsweisende Neuigkeiten. Doch der Markt hat sich auf seine preissteigernde Stimmung eingeschossen. Trotz kleinerer Zwischenpausen ging es für die Ölpreise und den Heizölpreis im April kontinuierlich weiter nach oben.

Kompakt informiert: die wichtigsten Entwicklungen im April

  • USA zeigen Härte gegenüber Iran und Venezuela
  • US-Ölproduktion gibt widersprüchliche Signale
  • OPEC-Förderung auf Tiefststand – Frage nach dem Kürzungsdeal

 

Insbesondere nach dem langen Osterwochenende war klar, dass die USA mit ihren Sanktionen gegen Iran Ernst machen wollen. Die USA als aktuell größter Erdölproduzent der Welt bestimmten zudem in anderer Hinsicht das Marktgeschehen – vor allem mit dem eigenen Förderverhalten.

Gleichzeitig hatte es dabei widersprüchliche Signale aus der US-Ölproduktion gegeben: Zwar arbeiten immer mehr Menschen in der Ölindustrie, doch die Produktion nahm zuletzt deutlich ab. Dass dies noch Nachwirkungen vom Preiseinbruch 2018 waren, bezweifelte unterdessen keiner. Dennoch ist sich niemand einig, ob die US-Ölflut nun kommt oder nicht.

Die OPEC+-Gruppe musste im April hingegen wieder damit leben, dass einzelne Mitglieder mit den Förderkürzungen und deren Zukunft hadern. Ginge es nach Russland, wäre eine Verlängerung der künstlichen Förderbegrenzungen spätestens beim Auslaufen des aktuellen Abkommens Ende Juni passé. Doch bislang zeigen diese Beschränkungen ihre Wirkung, weshalb sich andere Dealmitglieder ob der Preissteigerungen zumindest in öffentlichenÄußerungen zurückhalten.

Mit den offenen Kämpfen in Libyen und weiteren Verschärfungen der Sanktionen gegen Venezuela zeichnete sich im April eine Angebotsknappheit ab, die die neuen Rekordwerte bei den Ölpreisen begründeten. Heizöl zog dabei ein ums andere Mal genauso deutlich mit, zumal der Euro abseits einiger ruhiger Phasen weiterhin unter seinen hausgemachten Problemen zu leiden hatte.
 

Die Heizölpreisentwicklung im April im Überblick
 

Die Heizölpreisentwicklung im April 2019 im Überblick // Alle Angaben ohne Gewähr // © TOTAL
 

US-Sanktionen gegen Venezuela und Iran gewinnen an Schärfe

Nach monatelangen Verhandlungen müssen die acht Länder, die bisher noch „straffrei“ Öl aus dem Iran importieren durften, nun mit eigenen Sanktionen seitens der USA rechnen, sollten sie das Embargo gegen Iran ab Mai umgehen. Dieser Beschluss lieferte Ende April einen der größten Impulse für Preissprünge an den Handelsbörsen.

Damit wollen die USA die aktuell noch rund 1 Mio. Barrel, die täglich aus dem Iran verschifft werden, faktisch auf null senken. Zwar wurde gleichzeitig verkündet, dass die USA und Saudi-Arabien den erwarteten Lieferausfall kompensieren werden, doch bisher gibt es dafür natürlich keine Zahlen oder Wirkungsnachweise für den Markt.

Zudem zeigen sich die OPEC-Mitglieder nach den Folgen der voreiligen Förderanhebungen im vergangenen Jahr nun sehr viel vorsichtiger, wenn es um schnelle Reaktionen auf (befürchtete) Angebotsknappheiten geht. Schließlich will das Ölkartell nicht noch einmal mit dem eigenen Handeln einen plötzlichen Preisrutsch wie 2018 auslösen.

Andererseits lauert in den Iran-Sanktionen auch eine Gefahr für direkte Auseinandersetzungen auf militärisch-politischer Ebene. China als einer der wichtigsten Abnehmer iranischen Öls hat bereits verkündet, die Importe nicht einstellen zu wollen. Daraus könnten sich erneute Probleme rund um die Handelszölle entwickeln, deren Abbau zuletzt am Markt fast als beschlossene Sache gegolten hat. Und diese Zölle waren einer der wichtigsten Bremsklötze für die Weltkonjunktur.

Politischer Zündstoff steckt auch in der Erklärung der iranischen Revolutionsgarde zur Terrororganisation durch die USA. Mit dieser Einstufung könnte es für Washington und regionale Verbündete leichter sein, zukünftig weitere politische (und notfalls militärische) Maßnahmen zu ergreifen.

Dies könnte aktuell werden, wenn Iran, wie erneut gedroht, die Seestraße von Hormus blockiert, die das wichtigste Nadelöhr für die Seeverschiffung von Öl und Waren aus den Golfstaaten ist.

Bei den schärferen Maßnahmen gegen Venezuela, die die USA im April ergriffen haben, gibt es vonseiten der Weltgemeinschaft weniger Bedenken. Denn sie gelten in der Staatengemeinschaft als bester Weg, die Regierung Maduro über die Einnahmequelle Öl auszutrocknen. Nach dem Einfrieren venezolanischer Konten in den USA wurden im April auch Schiffe bzw. Handelsgesellschaften mit Weg gen Kuba sanktioniert.

Venezuela und Iran sind also die aktuell wichtigsten Eckpunkte, an denen sich die Angebotskalkulation bei der Börsenaktivität festmacht. Beide haben einen durch und durch preissteigernden Charakter – zumal die militärischen Gefahren hier ebenfalls eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

 

Unklare Bewegung in der US-Ölindustrie

Es ist ein erklärtes Ziel der USA, die Vorherrschaft auf dem Ölmarkt auszubauen und damit die Macht des Ölkartells OPEC zu brechen. Im April wurde ein uns andere Mal deutlich, dass die US-Ölindustrie aber noch nach einem Weg sucht, sich auf dem Weltmarkt richtig zu positionieren.

Zum Monatsanfang gab die Energy Information Administration (EIA) als zentrale amerikanische Statistikbehörde für den Energiemarkt bekannt, dass die US-Ölproduktion im Januar deutlich unter den bisherigen Prognosen gelegen habe, für Februar und März zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Ein weiterer Bericht prognostizierte auch einen Rückgang für April. Gleichzeitig sahen Investmentbanken einen Rückgang in den Budgets der Industrie für das laufende Jahr – eine Lehre, die die Kapitalgeber aus dem plötzlichen Preiseinbruch 2018 gezogen haben.

Allerdings heißt dies nicht, dass die Entwicklung stockt. Denn ebenso wurde im April bekannt, dass aktuell in der US-Ölindustrie so viele Menschen arbeiten wie niemals zuvor. Diese Zunahme an Manpower ist nötig, um die zahlreichen Infrastrukturprojekte voranzubringen, die die stockende Logistik rund um das mannigfach sprudelnde US-Öl anschieben sollen. Pipelines und Verteileinrichtungen sollen dafür sorgen, dass noch in diesem Jahr mehr Öl problemlos und günstig zu den Exporthäfen transportiert werden kann.

Hatten die wöchentlichen Bestandsberichte von API und DOE zum Monatsanfang noch die Annahme gefestigt, dass sich die amerikanische Wirtschaft vom Rest der Weltentwicklung entkoppelt und trotz aller Konjunktureintrübung floriert, zeigten sich zum Monatsende bereits wieder deutliche Risse in diesen Prognosen. So geht es auf dem heimischen Markt wohl doch nicht ganz so rosig zu, wie die Außenhandelsindikatoren vermuten ließen.

Tatsache ist, dass die US-Ölindustrie im Jahr 2019 ein ums andere Mal das Zünglein an der Waage sein wird, wenn man über Angebotssteigerungen diskutiert und den Schlagabtausch zwischen den großen Ölproduzenten vorherzusagen versucht. Angesichts der widersprüchlichen Signale aus den USA ist das Potenzial für starke Preisschwankungen aus dieser Warte groß.

 

OPEC-Kürzungen mit Verfallsdatum?

Inzwischen sind die künstlichen Förderbegrenzungen der OPEC so etwas wie ein feststehender Faktor für die Kalkulation der Ölpreise. Doch der Zusammenhalt des Abkommens bröckelt: Denn Russland als wichtigster Nicht-OPEC-Partner hat keine Lust mehr. Im April spielte Moskau immer wieder öffentlich ein Auslaufen der Förderbegrenzungen nach Juni durch.

Man habe ein ausgeglichenes Marktverhältnis erreicht und würde mit weiteren Kürzungen den Preis nur über Gebühr nach oben schrauben, hieß es. Zudem muss angesichts der Indikatoren für eine knappere Versorgungslage auch berücksichtigt werden, dass es zu tatsächlichen Lieferengpässen in den nachfragestarken Sommermonaten kommen könne.

Diese Einschätzung wird durchaus von einigen Analysten geteilt, zumal auch die OPEC in ihren Monatsberichten davon ausgeht, spätestens im zweiten und dritten Quartal 2019 eine deutliche Unterversorgung zu sehen. Dagegen positioniert sich jedoch die (amerikanische) Energy Information Administration, die eine Überversorgung prognostiziert – bisher jedoch mit nur wenig Gehör am Markt.

Letztendlich bleiben die Kürzungen weiterhin eine starke Stellschraube – und haben deswegen auch das Potenzial, bei einem Ende des Deals enorme Preisrutsche auszulösen oder bei einem Weiterbestand weitere Preisanstiege zu begünstigen. Zumindest, solange sich nicht an anderer Stelle in der Ölwelt etwas Wichtiges tut.

 

Der Eurokurs im April: ein Blick auf den Heizölpreis

Hatte der Eurokurs als wichtiger Einflussfaktor für die inländische Heizölnotierung zur Monatsmitte noch so manches Mal für einen entspannteren Heizölpreis gesorgt, ging es zum Monatsende steil bergab. Mit Notierungen um die 1,1 US-Dollar nähert sich die Gemeinschaftswährung der Parität mit dem Dollar – und macht deutlich, wie schwierig es momentan in der politischen und wirtschaftlichen Eurozone ist.

Italiens Regierungskoalition ist gescheitert, die Konjunkturerwartungen insbesondere in Deutschland sind nun doch wieder trüber, das Unternehmensvertrauen sinkt und der Dollar hat mehr Spielraum bei der Zinsgebung zur Stabilisierung bei wirtschaftlichen Problemen.

Alles in allem haben sich zumindest am Devisenmarkt die Vorzeichen wieder Richtung Krise gedreht –während der Dollarkurs weiterhin an Stärke gewinnt und von den (abgekoppelt) positiven Konjunkturdaten profitiert. Damit wird Heizöl für inländische Käufer häufig noch teurer, da Öl immer in Dollar gehandelt wird.
 

Weitere Marktnews im April in Kürze

Der Heizölpreis im Mai: Was wichtig bleibt

Von einem Gefühl klarer Tendenz und Stabilität ist der Ölmarkt auch im Mai wieder meilenweit entfernt. Die Kämpfe in Libyen könnten noch stärker in den Fokus rücken, sollten die bewaffneten Kräfte Infrastrukturen der Ölindustrie zerstören oder sichtbar blockieren. Dann wäre noch ein weiterer Anbieter von Öl aus dem „Rennen“ und die Balance zwischen Angebot und Nachfrage noch deutlicher in Schieflage.

Genauso intensiv werden wir uns im Mai weiterhin um die Konjunkturaussichten und Stimmungsindikatoren kümmern müssen, die ein wichtiger Anschub für die Preissteigerungen im April gewesen sind. Folgt man der europäischen Einschätzung, könnte sich das Weltklima wieder eintrüben, die Nachfrage nach Öl sinken, der Preis fallen.

Folgt man allerdings den USA und (teilweise) auch der OPEC, sieht das alles schon wieder ganz anders aus. Wie immer ist nur sicher, dass wir Sie am besten tagesaktuell mit unseren Heizölnews versorgen und Ihnen die Kurse für Ihre Kaufentscheidung übersichtlich auf der Heizölpreisseite präsentieren.

 

Im Überblick: Das Öljahr 2018 & 2019

  • März 2019: USA und OPEC bringen sich stärker in Position – neue Preishochs
  • Februar 2019: Bessere Konjunkturerwartungen treiben den Heizölpreis an
  • Januar 2019: Der Heizölpreis im Januar - Wenigstens die Unsicherheit ist stabil
  • Dezember 2018: Der Heizölpreis im Dezember – Heizölpreise auf Talfahrt
  • November 2018: Der Heizölpreis im November: klarer Fall von Trendwende
  • Oktober 2018: Entspannung in den Ölpreisen – Entkopplung der Heizölnotierung
  • September 2018: Nachfrageprognosen bestimmen das Marktgeschehen
  • August 2018: Iran-Boykott zeigt Auswirkungen – Marktunsicherheiten nehmen zu
  • Juli 2018: Handelskrieg und Iran-Boykott werfen ihre Schatten voraus
  • Juni 2018: OPEC-Produktionssteigerungen – Versorgungslage knapp
  • Mai 2018: Preisrekorde vs. OPEC-Pläne sorgen für Verunsicherung
  • April 2018: neue Langzeithochs wegen unsicherer Weltpolitik
  • März 2018: geopolitische Faktoren nehmen zu – USA im Mittelpunkt
  • Februar 2018: Marktbereinigung und vorsichtiges Nachrechnen
  • Januar 2018: Preiseuphorie und positive Nachfrageaussichten

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